144 Mitarbeitende betroffen

Swissprinters AG stellt Ende September 2024 den Betrieb ein

Die Rollenoffsetdruckerei Swissprinters AG in Zofingen (Kanton Aargau/Schweiz) beabsichtigt “aufgrund des sich weiter verändernden Marktumfelds” ihren Betrieb per Ende September 2024 einzustellen. In einer Pressemitteilung werden als Gründe für die Schließung “die rückläufige Nachfrage nach Druckprodukten, allgemein sinkende Druckvolumen, der Verlust wichtiger Aufträge sowie anhaltend hohe Papier- und Energiepreise” genannt.

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Swissprinters gehört den beiden Medienunternehmen Ringier (70 Prozent) und NZZ (30 Prozent) und beschäftigt derzeit 144 festangestellte Mitarbeitende. Swissprinters produziert Zeitschriften, Broschüren und Kataloge im Heatset-Rollenoffset-Verfahren.

Die Erfüllung der Produktionsaufträge sei bis September 2024 gewährleistet. Doch der Verlust mehrerer bedeutender Druckaufträge in den letzten Monaten sowie generell rückläufige Volumina hätten die angespannte wirtschaftliche Situation von Swissprinters zusätzlich verschärft, heißt es seitens der Muttergesellschaft Ringier. Wirtschaftlich stabile Zukunftsaussichten seien nicht mehr gewährleistet.

“Nicht in der Lage, das laufend angepasste Betriebsmodell weiter zu optimieren”

Das Unternehmen sieht sich demzufolge derzeit nicht in der Lage, das laufend angepasste Betriebsmodell weiter zu optimieren. Zuletzt seien im Sommer 2023 Anpassungen an der Druck-Infrastruktur vorgenommen worden, um auf den rückläufigen Trend zu reagieren. Auch mit weiteren Kostenmassnahmen könne der sich verschärfenden Marktsituation nicht mehr entgegengewirkt werden.

Von der beabsichtigten Betriebseinstellung wären alle Mitarbeitenden von Swissprinters betroffen, wobei die definitive Zahl der zu entlassenden Mitarbeitenden erst nach Abschluss des Konsultationsverfahrens feststehen wird. Das Konsultationsverfahren mit der Belegschaft von Swissprinters wurde am 15. Januar eröffnet. Die Mitarbeitenden würden bis zur Betriebsschliessung Ende September 2024 weiterbeschäftigt werden. Im Rahmen des bestehenden Sozialplans könnte ein Teil des Stellenabbaus über Frühpensionierungen aufgefangen werden.

Für bestehende Kundenbeziehungen sollen Anschlusslösungen gefunden werden. Insbesondere für die Zeitschriften der Ringier- und NZZ-Gruppe wird neben einer nationalen auch eine internationale Ausschreibung vorbereitet. Dies ist erforderlich, da in der Schweiz nach der geplanten Stilllegung von Swissprinters nicht ausreichend Kapazitäten für die Produktion der Zeitschriften vorhanden sind.

“Größter Maschinenpark der Schweiz”

Laut ihrer Website unterhält die Swissprinters AG “den größten Maschinenpark der Schweiz”. Zur technischen Ausstattung gehören unter anderem eine 72-Seiten-Rotation Manroland Lithoman, zwei KBA Compacta (je 48-Seiten)
sowie eine 16-Seiten Manroland Rotoman mit Spezialausstattungen wie Planoauslage und Inlineperforation.

Michael Ringier, Verwaltungsratspräsident Ringier AG: “Ringier blickt auf eine 190-jährige Unternehmensgeschichte zurück, die in Zofingen mit einer Druckerei begann. Es wäre das Ende einer Ära und damit ein für uns emotionales Thema. Ich bedaure die beabsichtigte Schliessung sehr. Wir bleiben dem Standort Zofingen eng verbunden: Der Hauptsitz der Ringier AG ist und bleibt Zofingen. 122 Ringier-Mitarbeitende sind vor Ort beschäftigt.”