Heute: die „Liefernorm“ – DIN 19306

Um Prozesse zu stabilisieren: Papierstandards einhalten!

(Bild: BVDM)
Dieter Kleeberg, Referent Technik + Forschung beim Bundesverband Druck und Medien, ist der Autor der fünfteiligen Artikelserie zum Thema "Standardisierung von Papier" in Deutscher Drucker.

Der Bedruckstoff Papier sorgt häufig für teure Überraschungen. Statische Aufladung, Welligkeit, Staub, Falten, Bahnrisse, mangelnde Bedruckbarkeit oder auch Farbabweichungen sind nur einige der möglichen Probleme. Vieles davon ließe sich jedoch vermeiden, wenn die papierbezogenen Standards besser kommuniziert und in der Prozesskette bewusster angewendet würden. In einer fünfteiligen Artikelserie (Folge 1 in Deutscher Drucker 15-16/2018), kommt zur Sprache, warum papiertechnische Standards gezielt einzuhalten sind. Heute: die „Liefernorm“ – DIN 19306

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Ein erster Meilenstein auf dem Weg zu praktikablen Lösungen, die von der Druck- und Papierindustrie gemeinsam angestrebt und kommuniziert werden sollten, war die Verabschiedung der DIN-Norm 19306 „Technische Lieferbedingungen für Druckpapiere“ im Jahr 1977. Sie wurde von 2002 bis 2005 signifikant überarbeitet und auf vier Teile erweitert:

  • 19306-1:2002 – Allgemeine technische Lieferbedingungen
  • 19306-2:2002 – Technische Lieferbedingungen für Offset-Papier, gestrichen und ungestrichen, weiß
  • 19306-3:2002 – Technische Lieferbedingungen für Tiefdruck-Papier, gestrichen und ungestrichen, weiß
  • 19306-4:2005 – Technische Lieferbedingungen für Zeitungsdruckpapier.

Anfänglich beschränkte sich die Norm auf Maße, Grammaturen und wenige ausgewählte Eigenschaften. Mit der Überarbeitung umfassen die Normteile die Werte und Toleranzen folgender Größen: Formatangabe mit Maschinenlaufrichtung, Abweichungen bei Netto- und Bruttoformaten, Toleranzen in Rechtwinkligkeit (Bogen) bzw. Breite und Durchmesser (Rolle), flächenbezogene Masse, relative Gleichgewichtsfeuchte, Rauheit mittels Parker Print-Surf, Opazität, Feuchtdehnung, Falzfestigkeit, Luftdurchlässigkeit nach Bendtsen, Rupffestigkeit und breitenbezogene Bruchfestigkeit. In Teil 2 dieser Norm wird die Blisterprüfung im Ölbad, die für Heatset-Papiere wichtig ist, ausführlich beschreiben. Der Verweis auf „Farbabweichungen innerhalb einer Lieferung nach DIN 6174“ ist nach dem Zurückziehen der Norm obsolet, stattdessen wird heute in ISO 15397 ausreichend auf die Papierfärbung eingegangen. [5622]

Den gesamten Beitrag zum Thema “Standardisierung von Papier” (1) lesen Sie in Deutscher Drucker 15-16/2018, der im print.de-Shop zur Bestellung bereit steht. Stets auf dem neuesten Stand der Informationen aus der Druckbranche sind Sie mit einem Abonnement von Deutscher Drucker, hier geht es zu den Abo-Modellen.

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