Die AccurioPress C8100 von Konica Minolta verbindet automatisierte Druckprozesse mit intelligenten Funktionen zur Überwachung und Optimierung der Produktion.(Bild: Konica Minolta)
Von der Automatisierung zur Autonomie: In der Druckproduktion zeichnet sich die nächste Entwicklungsstufe ab. Systeme führen nicht nur Arbeitsschritte automatisch aus, sondern erkennen Abweichungen, treffen Entscheidungen und optimieren Prozesse selbstständig. Die AccurioPress C8100 von Konica Minolta steht für diesen Schritt hin zur autonomen Produktion.
„Vor fünf bis zehn Jahren haben unsere Systeme begonnen, einzelne Aufgaben automatisch abzuarbeiten – aber isoliert voneinander“, erläutert Karl-Friedrich Edenhuizen, Produktmanager für Farbsysteme bei Konica Minolta Europe. „Nun betreten wir eine neue Phase, jene der autonomen Produktion. Das System überwacht mit einer Unmenge an Sensoren fortlaufend die Produktionsbedingungen und führt eigenständig Optimierungen durch.“
Karl-Friedrich Edenhuizen, Produktmanager für Farbsysteme bei Konica Minolta Europe, erläutert die Entwicklung von der automatisierten zur autonomen Druckproduktion. (Bild: Konica Minolta)
Eine automatisierte Maschine erledigt einzelne Aufgaben. Ein autonomes System erkennt, welche Aufgaben nötig sind, um ein Ziel zu erreichen. Der Operator gibt zum Beispiel als Ziel eine Selbstüberprüfung vor. Die Maschine druckt Testseiten, überprüft diese eigenständig, findet Abweichungen und justiert autonom nach.
Wenn Fachwissen knapp wird
Eine solche Produktion ist für den wirtschaftlichen Erfolg von Druckereien elementar: „Das Zusammenspiel vieler intelligenter Funktionen führt zu einer immensen Arbeitsersparnis“, sagt Edenhuizen. „Und das wird immer wichtiger, da wir mittlerweile in allen handwerklichen Berufen einen personellen Notstand haben – es gibt zu wenige junge Leute mit der entsprechenden Ausbildung, um komplexe Systeme betreuen zu können.“
Der Mensch verschwindet nicht aus dem Drucksaal. Seine Rolle verändert sich jedoch. Statt Farbwerte nachzujustieren oder Abweichungen hinterherzulaufen, steuert er mehrere Systeme, verbessert Abläufe und greift dort ein, wo Erfahrung und Urteilsvermögen gefragt sind. Verfügbares Fachwissen lässt sich so gezielter einsetzen.
Beispiel störungsfreie Nachtproduktion
In der Nacht entscheidet sich, wie intelligent eine Druckmaschine wirklich ist. Läuft sie durch, entsteht Umsatz. Stoppt sie nach einem Doppeleinzug, herrscht bis zum Morgen Stillstand. Daran zeigt sich das Potenzial der nächsten Entwicklungsstufe: Maschinen führen nicht mehr nur Befehle aus. Sie beginnen, Situationen zu bewerten und selbstständig zu handeln.
Was bedeutet das für die Nachtproduktion? Die AccurioPress C8100 würde mit ihrem intelligenten Mediensensor beispielsweise Doppeleinzüge erkennen und aussortieren, sodass die Produktion weiterläuft. „Die Zuverlässigkeit einer unbeaufsichtigten Nachtproduktion ist mit unserem intelligenten System deutlich größer, weil wir die wichtigsten Fehlerquellen ausschließen können“, sagt Edenhuizen.
Ein weiteres Beispiel ist die intelligente Qualitätsanpassungseinheit IQ-601. Edenhuizen: „Technik-Nerds unter uns wissen, wie es früher war – die Duplex-Registrierung für den Schön- und Widerdruck war ein Albtraum, die Erstellung eines Farbprofils ebenfalls. Die IQ-601 macht all das einfach selbst.“ Damit wird Qualitätssicherung in Echtzeit möglich.
Druckereien produzieren laufend Testbögen, um Fehler zu erkennen und manuell auszugleichen. Wird die Qualität kontinuierlich im Drucklauf kontrolliert, sinkt der Bedarf an solchen Reserven. Weniger Makulatur, weniger Nacharbeit, mehr verkaufbare Drucke: Aus Präzision wird ein wirtschaftlicher Hebel.
Die wichtigste Leistung entsteht zwischen zwei Jobs
Die autonome Druckproduktion punktet noch an anderer Stelle. „Die durchschnittlichen Auflagenhöhen sinken stetig. Gleichzeitig wollen die Kunden ihre Bestellung am liebsten gleich am nächsten Tag geliefert bekommen – wie sie das von Amazon und Co kennen“, berichtet Edenhuizen. Druckereien müssen ihre Maschinen daher häufiger umrüsten. Mit intelligenten Systemen lässt sich extrem schnell von einem Druckjob auf den nächsten wechseln, auf einen anderen Papiertyp, eine andere Grammatur, einen kundenspezifischen Farbraum.
Die autonome Druckproduktion soll Abläufe vereinfachen, Rüstzeiten verkürzen und eine möglichst störungsfreie Produktion ermöglichen. (Bild: Konica Minolta)
Die AccurioPress C8100 druckt schnell, doch die spannendere Kennzahl liegt zwischen zwei Aufträgen: Wer schneller umrüstet, stabiler produziert und weniger korrigieren muss, verwandelt mehr Maschinenzeit in abrechenbare Leistung.
Automatisierte Funktionen sind nicht neu. Neu ist der Anspruch, Informationen zu verknüpfen und daraus Entscheidungen abzuleiten. Maschinen wie die AccurioPress C8100 werden so vom ausführenden Werkzeug zum handelnden Teil des Prozesses.
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