Druckerei Nötzold in Neustadt schwört seit Jahren auf Finishing-Technologie von Horizon
von Redaktion,
Von links: Produktionsleiter Daniel Rempel, Roland Stoeber (Key Account Manager, Horizon) und Inhaber Peter Hantschel
vor der rotativen Stanze RD-N4055DM.(Bild: Chistian Lukas)
Wann genau die erste Maschine von Horizon in der Druckerei Nötzold einzog, das kann Geschäftsführer Peter Hantschel zwar nicht aufs Jahr genau sagen, „aber es muss in den frühen 90ern gewesen sein.“ Seinerzeit entstand eine Partnerschaft, die sogar über den Besitzerwechsel der Druckerei hinaus Bestand hat.
Peter Hantschel trat 1985 seine Lehre als Offsetdrucker in der 1955 gegründeten Druckerei in Neustadt bei Coburg an, „und dann habe ich nie mehr woanders gearbeitet.“ 2009 ging der Firmengründer in den Ruhestand und Hantschel übernahm den Betrieb mit sieben Mitarbeitern. Inzwischen beschäftigt er 30 und produziert auch nicht mehr mitten in der Stadt. „2015 haben wir ein ehemaliges Supermarktgebäude in einem Gewerbegebiet gekauft, weil unsere alte Produktionsstätte aus allen Nähten platzte.“ Unlängst musste er ein Lager anbauen, weil es schon wieder eng wird.
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Ein Grund dafür ist Peter Hantschels Anspruch, möglichst alle Arbeiten inhouse durchführen zu können. „Wer Aufträge außer Haus gibt, verliert Zeit und Marge.“ Um das Geld nicht „auf der Straße liegen zu lassen“ – denn Versandlogistik kostet ebenfalls Zeit und Geld – hat er die Druckerei Nötzold so aufgestellt, dass das gesamte Portfolio einer klassischen Akzidenzdruckerei plus einiger Spezialitäten intern gefertigt werden kann. Die Produktion ist extrem breit gefächert: Vom Offsetdruck über modernen Digitaldruck mit Weiß- (und Gold-)Option bis hin zu exklusiven Veredelungen deckt das Team fast das gesamte Spektrum an Druckdienstleistungen im Haus ab.
Absolut verlässlicher Finishing-Partner
Stanzen, Klebebindungen, Cellophanieren, Veredelungen: Um die Weiterverarbeitung auf hohem technischen Niveau zu halten, braucht man einen Partner, auf den Verlass ist. Roland Stoeber, Key Account Manager bei Horizon, ist stolz, dass die vertrauensvolle Partnerschaft mit Nötzold jetzt schon mehr als drei Dekaden anhält. Wie eng die Beziehung ist, zeigt sich daran, dass der erste Horizon StitchLiner Mark III in Europa seinerzeit 2017 in Neustadt installiert worden ist. Flankiert wird dieser unter anderem durch zwei hochflexible Falzmaschinen, darunter die auf Kleinstfalzungen spezialisierte AF-406, während das Klebebindesystem BQ-470 EVA die professionelle Buchfertigung übernimmt.
Weiterer Höhepunkt ist die Anfang 2023 installierte rotative Stanze RD-N4055DM. Als komplette Linie mit Flachbogenanleger FFU-N4055, dem Separator SPCN4055 und der Kartenstapelauslage CSD-40RD sorgt sie für einen vollautomatischen Workflow. Damit werden anspruchsvolle Kartensätze in einem Durchgang gestanzt, getrennt, gezählt und sauber abgestapelt.
Im Bild der Magnetzylinder der Maschine zur Aufnahme der Stanzbleche. (Bild: Chistian Lukas)
„Ganz am Anfang stand die konkrete Anfrage eines Kunden wegen sehr spezieller Kartensätze. Und dann stehst du in der Werkstatt, betrachtest die 300er-Grammaturen, die er braucht, und fängst an zu grübeln: Holst du dir dafür jetzt wirklich eine eigene Maschine ins Haus? Lohnt sich das am Ende? Solche Fragen wälzt man hin und her, doch die richtige Antwort findet man nicht am Schreibtisch.“ Also hat Peter Hantschel zum Telefon gegriffen und Roland Stoeber von Horizon angerufen. „Und nur zwei Tage später“, erinnert sich Stoeber, „standen wir zusammen im Horizon-Showroom in Quickborn.“
„Ich habe die RD-N4055DM dann live im Einsatz gesehen und gesagt: Die ist echt gut.“ Innerhalb von nur drei Wochen wurde die Stanze geliefert und installiert. Die RD-N4055DM arbeitet rotativ mit flexiblen Stanzblechen auf einem Magnetzylinder. Das ermöglicht es, selbst schwere Grammaturen im kontinuierlichen Durchlauf zu verarbeiten. Die Maschine erledigt das Stanzen, Rillen, Schlitzen und Perforieren in einem Arbeitsgang. Dank integrierter Blasluftdüsen und einem Separator werden auch statisch haftende Bögen sicher getrennt. Das macht die Anlage besonders effizient für kleine Auflagen und komplexe Kartensätze, die schnell und präzise fertiggestellt werden müssen.
Ebenfalls im Einsatz bei Nötzold: das Sechs-Taschen-Falzsystem AF-406S („Buckle Folder“) für Kleinstfalzungen. (Bild: Chistian Lukas)
Ein Vorteil von Horizon-Technik ist laut Hantschel, dass alle Displays exakt gleich aufgebaut sind, sodass im Betrieb nahezu jeder Anwender jede Maschine bedienen kann. Inzwischen ist die „neue“ Stanze schon drei Jahre im Einsatz – und Hantschel hat nichts zu kritisieren und ist froh ob seiner Entscheidung!