Repa Druck: Vollautomatische Plattenzuführung optimiert Logistik in der Produktion
von Redaktion,
Sind zufrieden mit der Leistung (v.l.): Geschäftsführerin Barbara Braun, Thierry Oswald (Produktionsleiter), Ralf Anschlag (Heidelberg-Vertrieb) und Jörg Rosenberger (Technischer Leiter).(Bild: Christian Lukas)
An sich war Barbara Braun, Geschäftsführerin von Repa Druck in Saarbrücken-Ensheim, mit der Leistung ihres 2011 erstandenen Plattenbelichters aus dem Hause Heidelberg noch zufrieden. „Der Suprasetter hat in all den Jahren seines Einsatzes stets zuverlässig gearbeitet“, lobt sie die Qualität des CtP-Systems.
Der Wartungsvertrag war allerdings schon lange abgelaufen und zudem sind im System Bauteile verbaut, die aufgrund gesetzlicher Änderungen nicht mehr hergestellt werden dürfen und daher nicht mehr nachproduziert werden. Im Falle eines Defekts, so Braun, „hätten wir ein Problem gehabt“.
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Um es gar nicht erst so weit kommen zu lassen, wurde im Dezember 2025 ein neuer Suprasetter mit integriertem CPL-System in Saarbrücken installiert. Das Besondere an dieser Konfiguration ist der „Compact Pallet Loader“, der in dieser Form in der Region als erster seiner Art im Einsatz ist. Statt über herkömmliche Magazine wird hier direkt eine komplette Europalette mit bis zu 1.200 Druckplatten in das System eingefahren. Sensoren fixieren die Palette prä-zise, woraufhin die Anlage die Platten vollautomatisch vereinzelt und dem Belichtungsprozess zuführt.
Dabei steht gar nicht unbedingt eine massive Steigerung der reinen Belichtungsgeschwindigkeit im Vordergrund: Technisch gesehen schafft das neue System nur wenige Platten mehr als das alte, sagt Produktionsleiter Thierry Oswald. Der entscheidende Vorsprung liegt in der optimierten Logistik und der Arbeitserleichterung für die Mitarbeiter. „Wir müssen nicht mehr regelmäßig händisch nachladen, was die internen Abläufe ordentlich gestrafft hat“, erklärt der Technische Leiter Jörg Rosenberger. Da die manuelle Handhabung der empfindlichen Aluminiumplatten entfällt, ist auch das Kratzerrisiko nahezu auf Null gesunken.
Der neue Heidelberg Suprasetter bei Repa Druck in Saarbrücken ist der erste seiner Art im Südwesten, der mit einer vollautomatischen Plattenzuführung (CPL) direkt von der Palette arbeitet. (Bild: Christian Lukas)
Intelligente Köpfe
Bei einem Durchsatz von rund 1.500 bis 2.000 Platten sorgt diese Automatisierung für eine deutlich gesteigerte Produktivität im gesamten Haus. In Saarbrücken werden damit zwei Druckmaschinen mit insgesamt neun Druckwerken versorgt, wobei der neue Wartungsvertrag über fünf Jahre für langfristige Planungssicherheit sorgt.
Neben der Automatisierung durch den CPL spielt für Ralf Anschlag, Heidelberg-Vertriebsmitarbeiter der Region Süd, vor allem die technische Ausfallsicherheit eine zentrale Rolle. „In der hier installierten Konfiguration arbeitet der Suprasetter mit zwei Lasermodulen mit jeweils 64 Laserdioden“, erläutert er. „Sollte eines der Laserdioden ausfallen, stoppt die Produktion nicht. Das Intelligent Diode System, kurz IDS, erkennt den Defekt sofort und verteilt die Arbeit automatisch auf die verbleibenden Laserdioden. Die Maschine arbeite dann zwar etwas langsamer, produziere aber unterbrechungsfrei weiter. Ein Austausch des betroffenen Lasermoduls ist dank Plug-and-Play-Technik einfach im laufenden Betrieb möglich. „Außerdem sorgt die integrierte Temperaturstabilisierung für eine konstante thermische Umgebung im Inneren des Belichters.“ Dadurch werden Materialausdehnungen der Druckplatten verhindert, was selbst bei schwankenden Außentemperaturen größte Registerhaltigkeit und Wiederholgenauheit garantiert.
Das CPL-System zieht die Aluminiumplatten direkt von der Palette ein, wodurch das Kratzerrisiko minimiert wird. Die lasergesteuerte Höhenmessung garantiert dabei eine störungsfreie Beschickung des Suprasetters im Schichtbetrieb. (Bild: Christian Lukas)
Komplexe Veredelungen
Die 1972 gegründete Repa Druck ist ein B2B-Dienstleister mit 55 Mitarbeitern. Auf einer Produktionsfläche von 5.500 Quadratmetern deckt das Unternehmen die gesamte Prozesskette von der Druckvorstufe über das Grafikdesign bis hin zu Logistik und Versand ab. Das Portfolio umfasst neben klassischen Druckprodukten im Offset- und Digitaldruck auch komplexe Veredelungen wie Lackierungen, Stanzungen sowie den Druck von Gold und Silber. „Wir sind seit unserer Gründung“, erzählt Barbara Braun, „mit einer kleinen Unterbrechung um das Jahr 2000, ein Heidelberg Betrieb.“ Mit dem Einzug einer Heidelberg Versafire LP im Herbst 2024 ist auch der Druck von Silber als Sonderfarbe ins Haus eingezogen – ein Erfolg, wie Jörg Rosenberger erläutert: „Die Farbe wird im Digitaldruck besser abgebildet als im Offset. Auch wenn diese Veredelungen nicht unser Brot- und Buttergeschäft darstellen, fungieren sie als Türöffner bei Agenturen, weil wir damit unter Beweis stellen können, was technisch bei uns machbar ist.“
„Repa Druck ist für uns außerdem ein wichtiger Referenzbetrieb in der Region“, schließt Ralf Anschlag, „wo Kunden unsere Technik im echten Alltag erleben können.“ Und das zieht Kreise weit über den Südwesten hinaus: Neulich erst reiste eine Delegation aus Simbabwe nach Saarbrücken, um die Heidelberger Systeme live im Einsatz zu sehen.