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Pureprint C2C Paperboard

Bei Gugler gibt’s »Cradle to Cradle« zertifizierte Graupappe

Bildtext: v.l.n.r.: Reinhard Gugler, Leiter der Produktion Gugler Pure Print, Sascha Leinberger, Vertriebsleiter Gugler Pure Print und Roswitha Sandwieser, »Cradle to Cradle«-Expertin im Haus, freuen sich die weltweit erste »Cradle to Cradle Certified«-Graupappe in ihren Händen zu halten.(Bild: Gugler)

Im Gugler-Portfolio gibt es einen Neuzugang: Pureprint C2C Paperboard – laut Anbieter die weltweit erste »Cradle to Cradle Certified«-Graupappe. Entwickelt und produziert wurde die Pappe von der österreichischen Umweltdruckerei selbst in enger Zusammenarbeit mit einem österreichischen Pappenproduzenten.

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Die neue Graupappe besteht nach Angaben von Gugler aus 100% »Cradle to Cradle Certified«-Recyclingfasern. Zu den Kriterien des »Cradle to Cradle Certified«-Produktstandards zählt – neben Richtlinien für Materialgesundheit, Nutzung von erneuerbaren Energien, verantwortungsvolles Wassermanagement und Einhaltung sozialer Standards – die Material-Wiederverwendung. Die Gugler Pureprint-Druckprodukte würden daher ohne gesundheits- oder umweltgefährdende Inhaltsstoffe produziert.

Unterschied zu herkömmlicher Graupappe

Herkömmliche Buchbinderpappe oder Pappe wird üblicherweise aus unsortiertem Haushaltspapier hergestellt. Dabei werden laut Gugler weder Druckfarben noch Kleber- oder Folienreste entfernt. Es könnten bedenkliche Rückstände zurückbleiben, die sich dann auch im Druckprodukt befänden. Das neue Pureprint C2C Paperboard bestehe dagegen zu 100% aus »Cradle to Cradle« zertifizierten Recyclingfasern.

In einem ersten Produktionsschritt wurde eine Buchbinderpappe in der Stärke von 2 Millimetern für die Endfertigung von nachhaltigen Hardcover-Büchern hergestellt. Weitere Stärken für unterschiedliche Produktanwendungen sind laut Gugler möglich und geplant. Parallel zu dieser Entwicklung befindet sich auch ein eigenes Gugler-Rücknahmesystem von »Cradle to Cradle«-Druckprodukten im Aufbau. Das Produkt ist über Gugler verfügbar. Über die Print the Change Genossenschaft ist die Graupapper auch bei der KLS PurePrint A/S in Dänemark und der Vögeli AG in der Schweiz erhältlich.

Eingesetzt wurde die Pureprint-Buchbinderpappe unter anderem in dem Hardcover-Buch »Backen mit Christina« aus den Löwenzahn Verlag (Innsbruck). Löwenzahn hatte sich bereits 2019 dazu entschieden, alle Neuerscheinungen als »Cradle to Cradle Certified«-Bücher produzieren zu lassen.

Was ist Cradle to Cradle?

Cradle to Cradle (von der Wiege zur Wiege) steht für eine geschlossene Kreislaufwirtschaft. Das Konzept wurde 2002 von dem Chemiker Michael Braungart zusammen mit dem US-amerikanischen Architekten William McDonough entwickelt. Im Mittelpunkt dieser Idee steht also der Gedanke, wie sich die eingesetzten Ressourcen nach der Nutzung wiederverwenden lassen. Gebrauchsgüter sollen demnach so produziert werden, dass sie anschließend recycelt werden können.

Der Cradle to Cradle Certified«-Produktstandard wird seit 2010 vom Non-Profit-Institut Cradle To Cradle Products Innovation Institute mit Sitz in San Francisco (USA) verliehen und bewertet dabei fünf Kriterien:

  • Materialgesundheit
  • Kreislauffähigkeit
  • Einsatz von erneuerbaren Energien
  • Verantwortungsvoller Umgang mit Wasser
  • Soziale Gerechtigkeit.

 

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Kommentar zu diesem Artikel

  1. Wenn die am Markt erhältlichen C-to-C-Druckfarben zudem deinkbar wären, hätte das Ganze wenigstens beim späteren Recycling einen Sinn. Ich sehe immer noch keine Altbücher in Komposthäufen. Ich hoffe zumindest, dass der Faden der Heftung, Druckfarbe und Leime C-to-C-gemäß auch wieder als Heftfaden, Druckfarben und Leim aufbereitet werden können? Mir kommt bei C-to-C gerne Otto Walkes in den Sinn, der in einem seiner früheren Filme empfahl, benutzte Teebeutel in Kompost, Altpapier, Altschnur und Altmetall zu zerlegen und zu entsorgen! Nix fia unguad 😉

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