Editorial aus Deutscher Drucker 13-14/2018

Entscheider setzen zu weiten Teilen auf Print

(Bild: Mikhail Khusid / shutterstock.com)
Über die Hälfte der befragten Entscheider lesen längere Texte lieber auf Papier.

Wer im B2B-Bereich für seine Produkte werben will, versucht, in erster Linie die so genannten Entscheider zu erreichen – also diejenigen, die in den Unternehmen am Drücker sind, die Budgets verwalten und über deren Verwendung entscheiden. Die jährlich erscheinende Studie LAE – Leseranalyse Entscheidungsträger ermittelt, über welche Medienkanäle diese Zielgruppe am ehesten erreicht wird – und fördert Erstaunliches zutage.

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Nein, wir wollen uns nicht auf die Schiene der Ewiggestrigen begeben, die heute noch am liebsten das Internet wieder abschalten würden. Und nein: wir leugnen auch nicht, dass die digitale Informationsvermittlung ein nicht wegzudiskutierender Bestandteil unseres Alltags – beruflich wie privat – ist, den auch Printliebhaber nutzen. Aber wenn eine Studie zutage führt, dass über die Hälfte der Entscheider in Wirtschaft und Verwaltung längere Texte lieber auf Papier als am Bildschirm liest, aber nur 7 Prozent den Bildschirm bevorzugen und 71 Prozent dieser Personengruppe am liebsten Fachzeitschriften nutzen, um sich über die wichtigsten Themen ihrer Branche zu informieren, dann dürfen sich die Vertreter der Druckindustrie schon mal freuen.

Die Studie, die diese Zahlen ermittelt hat, ist die die LAE – Leseranalyse Entscheidungsträger, die einmal jährlich untersucht, welche Printmedien und welche Online-Angebote Entscheider nutzen und bevorzugen. Über 8000 Personen, darunter Selbstständige, leitende Angestellte und leitende Beamte sowie Freiberufler aus unterschiedlichen Branchen, verteilt über das gesamte Bundesgebiet, werden befragt. Es werden Reichweiten von Magazinen und Webauftritten erfasst und die Lesegewohnheiten der Befragten analysiert.
Die Ergebnisse sollen vor allem Mediaagenturen dabei helfen herauszufinden, wie und wo die Entscheider am besten erreicht werden können. Denn diese Zielgruppe ist es, für die die meisten Werbegelder ausgegeben werden, denn sie verfügt über Budgets und darf bestimmen, worauf sie verwendet werden.

Und diese Entscheider nutzen Print. Nicht ausschließlich, aber in einer durchaus relevanten Größenordnung. Erst an zweiter Stelle der von ihnen bevorzugten Informationsquellen stehen mit 49 Prozent die Webauftritte von Herstellern, Händlern und Dienstleistern. Für 37 Prozent der Befragten sind Tages- und Wochenzeitungen die relevanten Informationsmedien. Und wer ganz sichergehen will, dass er die Wirtschaftsentscheider auf jeden Fall erreicht, platziert seine Werbebotschaft bei Medienmarken mit crossmedialem Angebot – also gedruckt und online. Verteilt über die entsprechenden Kanäle werden ­nämlich 94 Prozent der begehrten Zielgruppe erreicht.

Das Fazit? Print hat es gar nicht nötig, aus der Defensive heraus zu agieren, sondern darf durchaus selbstbewusst auftreten. Schließlich sind gedruckte Medien eine signifikante ­Größe im Medienmix – und ebensowenig wegzudiskutieren wie das Internet. [5846]

 

Der Beitrag erschien als “Andruck” in Deutscher Drucker 13-14/2018, der ab sofort im print.de-Shop bestellt werden kann.

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