Produkt: Deutscher Drucker 8-9/2020
Deutscher Drucker 8-9/2020
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Mitarbeiter haben schon seit Monaten keine Löhne mehr erhalten

Körner Druck ist insolvent

Eine der großen Rollenoffsetdruckereien Deutschlands, Körner Druck in Sindelfingen, ist zahlungsunfähig. Eine Krankenkasse hatte beim Amtsgericht Stuttgart den Antrag auf Insolvenz gestellt. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Rechtsanwalt Holger Blümle von der Sozietät Schultze & Braun bestellt.

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Erwartet wurde der Insolvenzantrag schon seit einigen Wochen: Ende Juli wurde nämlich bereits für die Druckerei J. Fink (Ostfildern), die wie Körner Druck zur finnischen Private-Equity-Unternehmung Printers Group Oy, gehört, Insolvenzantrag gestellt. Wie bei J. Fink war es auch bei Körner Druck nicht das Unternehmen selbst, das den Insolvenzantrag gestellt hat, sondern eine Krankenkasse. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Holger Blümle, Schultze & Braun, benannt.

Körner Druck hatte den Geschäftsbetrieb bereits vor dem Insolvenzantrag eingestellt, nachdem Lieferanten die Belieferung aufgrund nicht bezahlter Rechnungen gestoppt hatten. Auch an den Großteil der Mitarbeiter wurden schon seit Monaten keine Löhne und Gehälter mehr ausbezahlt, ebenso wie bei der J. Fink Druck GmbH. Viele der über hundert Beschäftigten haben bereits gekündigt und erscheinen nicht mehr zur Arbeit.

Holger Blümle prüft nun die Geschäftsunterlagen, um sich einen Überblick über die Gesamtlage des Unternehmens zu verschaffen. „Es sind nur noch wenige Mitarbeiter von Körner Druck im Unternehmen. Zunächst werden wir ihren Anspruch auf Insolvenzgeld prüfen, das in der Regel für maximal drei Monate gezahlt wird“, so der vorläufige Insolvenzverwalter.

Wie die Zukunft von Körner Druck aussieht, ist derzeit noch ungewiss. Hierzu sind detaillierte Analysen der Buchhaltungsunterlagen, Bestandaufnahmen und Gespräche mit den finanzierenden Banken erforderlich. Das Unternehmen wurde, ebenso wie das Schwesterunternehmen J. Fink Druck, erst im Mai 2019 von der niederländischen Circle Media Group an das finnische Private-Equity-Unternehmen Printers Group Oy verkauft.

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Kommentare zu diesem Artikel

  1. Es wurde und ist an der Zeit diese Farce rund um Fink und Körner Druck, wodurch in erster Linie viele Arbeitnehmer aber auch der Ruf einer ganzen Branche geschädigt wurde,
    endgültig zu beenden.

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  2. Körner Druck war doch eigentlich schon vor 15 Jahren pleite und seit 25 Jahren marode ! Aber das ist ja keine Seltenheit, dass im Rollenoffset marode Betriebe mehrfach verkauft werden, bis sie dann von Finanzinvestoren den Todesstoß kriegen

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  3. Meiner Meinung nach haben hier zu viele Manager zu viele Fehler gemacht, jeder dachte er wäre schlauer als der andere und jeder hat letztendlich nur nach sich selbst geschaut.Sie bekommen viel Geld weil sie viel Verantwortung tragen.
    Aber was passiert wenn Sie der Verantwortung nicht gewachsen sind. Sie werden mit einem Koffer voller Geld von Heute auf Morgen entlassen , mehr Risiko habe sie nicht. Das kann man ein paar mal machen und danach kann man dann neu durchstarten als Unternehmensberater oder Insolvenzverwalter.

    Auf diesen Kommentar antworten

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