Sammelhefter


Was kann ein Sammelhefter? print.de erklärt die Maschine aus der Druck-Weiterverarbeitung und zeigt aktuelle Modelle.

Zeitschriften, Zeitungen, Bücher, Kalender – ohne die entsprechende Weiterverarbeitung bleibt der Druck nichts als ein flacher Bogen Papier. In seine endgültige Form bringt das Dokument unter anderem erst ein Sammelhefter.

Was ist ein Sammelhefter?

Ein Sammelhefter, engl. saddle stitcher, ist eine Maschine, die in der Endverarbeitung von Druckprodukten eingesetzt wird. Er sammelt die einzelnen Falzbogen eines Produkts zusammen, heftet und beschneidet sie. Wie er genau arbeitet, erfahren Sie auf dieser Seite, auch anhand eines Videos. Außerdem finden Sie hier Beschreibungen von aktuellen Anlagen und News zum Thema Sammelhefter.

Inhaltsverzeichnis:

Was macht ein Sammelhefter?

Kurz gesagt macht der Sammelhefter – im Rahmen der industriellen Weiterverarbeitung in Buchbindereien – aus einem bedruckten, flachen Papierbogen das fertig Produkt. Der Prozess läuft folgendermaßen ab:

  • Die Falzbogen werden per Zuführung über mehrere Stationen zusammengetragen.
  • Ggf. kommt ein Umschlag hinzu.
  • Rückstich- oder Rückendrahtheftung: Die Bogen werden durch zwei bis vier Drahtklammern im Falzrücken fixiert.
  • Kopf-, Fuß- und Frontbeschnitt mittels Dreiseitenschneider.

Die Rückstich- oder Rückendrahtheftung kommt bei Drucken mit hoher Auflage aber relativ wenigen Einzelseiten (bis etwa 80 Seiten pro Medium) zum Einsatz. Bis zu 40.000 Broschüren können so in der Stunde verarbeitet werden (Leistung des Sammelhefters Unidrum von Ferag).

Nach oben

Was ist ein Sammelhefter-Anleger?

Als Sammelhefter-Anleger bezeichnet man die Zusatzaggregate, also einzelnen Arbeitsstationen eines Sammelhefters. So erfolgt etwa die Zuführung der Bogen über Zusammentragtürme oder Flachstapelanleger. Die Anleger von konventionellen Sammelheftern sind in Reihe angeordnet. Ein alternatives System, wie Ferag mit den Unidrum-Sammelheftern anbietet, ist die Trommelverarbeitung.

Nach oben

Sammelhefter im Video

Einen Einblick in das Funktionsprinzip gibt das folgende Video. Es zeigt sehr detailliert die Funktionsweise des Sammelhefters Presto II von Müller Martini. Die Maschine läuft mit maximal 9.000 Takten/h und eignet sich besonders für kleine bis mittlere Auflagen.

Nach oben


Grundlagenwissen Drucktechnik

Weitere Basis-Informationen zu den Themen Datenerstellung, Druck und Weiterverarbeitung finden Sie in unserem E-Dossier “Grundlagenwissen Drucktechnik”.

E-Dossier "Grundlagenwissen Drucktechnik"
Alle wichtigen Informationen rund um die Druckproduktion fasst das E-Dossier „Grundlagenwissen Drucktechnik“ zusammen, das als Download (PDF-Datei) für 19,90 Euro erhältlich ist. ⇒ Weitere Informationen und Bestellung per Klick auf das Bild!

Der Inhalt im Überblick:

  • Datenworkflow und medienneutrale Speicherung
  • Prepress-Systeme – Von den Daten zum Druck
  • Digitaldruckverfahren
  • Offsetdrucksysteme
  • Bedruckstoffe und Veredelung
  • Druckfarben
  • Druckweiterverarbeitung
  • Logistik und Materialfluss
  • Neue Anwendungen

⇒ Hier geht’s zum PDF “Grundlagenwissen Drucktechnik” für 19,90 Euro! ⇐


Nach oben

Aktuelle Sammelhefter-Generation: Automatisiert und digital vernetzt

Die neueste Generation der Sammelhefter macht klar, welche Automatisierungs- und Energieeinsparpotenziale in der industriellen Druckweiterverarbeitung möglich sind. Digitale Einrichteassistenten ermöglichen beispielsweise eine deutliche Verkürzung der Rüstzeiten sowie die Reduzierung der Makulatur, darüber hinaus lassen sich die Maschinen in das jeweilige Daten- und Prozessmanagement integrieren. In der digitalen Produktion eröffnet sich den Anwendern auch die Möglichkeit, vollautomatisiert kleinste Auflagen zu produzieren – bis hin zu personalisierten Produkten in Auflage 1.

Nach oben

Sammelhefter Müller Martini Primera MC

Für den mittleren Leistungsbereich eignet sich beispielsweise der Müller-Martini-Sammelhefter Primera MC. Das System arbeitet mit einer maximalen Leistung von 14.000 Takten/h und verfügt unter anderem über Features wie Motion Control für schnelles Einrichten sowie ein modulares Anleger-Sortiment (Flachstapel-, Vertikalstapel- und Falzanleger, Warenkleber) für optimale Verarbeitung eines breiten Produkt-Spektrums. Integrierte Kontrollen sollen die Qualität des Endprodukts sicherstellen, zudem ist die Integration ins Daten- und Prozessmanagementsystem Connex möglich. Das System kann erweitert werden, um auch digital gedruckte Produkte wirtschaftlich zu verarbeiten.

Nach oben

Sammelhefter Müller Martini Tempo 220

Der Typ Tempo 220 ist mit 22.000 Takten pro Stunde eine Hochleistungsmaschine und überzeugt laut Hersteller nicht nur, weil er flexibel ist und über viele Ausbauvarianten verfügt. Mit seiner integrierten Prozessüberwachung soll er für eine hohe Produktionssicherheit sorgen. Um die maximale Produktionsgeschwindigkeit schnell zu erreichen, können Feinjustierungen im Lauf vorgenommen werden. Der Optimizer ermöglicht jederzeit eine Analyse der aktuellen Produktion und zeigt Optimierungspotenziale auf. Mit der Bogenmessvorrichtung lassen sich die Formate bestimmen, die Messwerte werden per Knopfdruck im Einrichtassistenten übernommen.

Der modulare Aufbau der Maschine ermöglicht diverse Ausbauvarianten für die Konfektionierung verschiedener Printprodukte. So sind Systemlösungen für Einstecken, Adressieren, Palettieren und Selective Binding möglich. Der Warenkleber 382 kann an jeder beliebigen Anlegerposition für das Aufspenden von Karten angestellt werden.

Zusätzliche Produktionssicherheit bietet die Servicedienstleistung MM-Remote. Mit der Internet-Anbindung des Tempo 220 können Müller-Martini-Techniker oft bereits eine Ferndiagnose stellen. Sollte ein Service-Einsatz vor Ort nötig sein, sind die Service-Spezialisten bereits im Bilde und mit den nötigen Ersatzteilen ausgerüstet. Auf diese Weise kann sich laut Hersteller die Ausfallzeit der Anlage im Notfall um bis zu 50 Prozent verringern.

Sammelhefter Müller Martini Tempo 220
Sammelhefter Müller Martini Tempo 220: Das Baukastensystem der Hochleistungsanlage ermöglicht zahlreiche Ausbauvarianten für die Weiterverarbeitung verschiedener Printprodukte.

Nach oben


Alternative Broschürenautomat?

Broschürenautomaten sind die kompakte Alternative zum Sammelhefter. Sie benötigen durch ihre Bauweise weniger Raum und machen, da sie Planobögen direkt verarbeiten können, eine separate Falzmaschine überflüssig. Ihre flexiblen Einsatzmöglichkeiten folgen dem Trend zu kleineren, variablen Auflagen sowie kurzen Lieferzeiten – in diesem wachsenden Auftragsspektrum bieten sie rentable Produktionsmöglichkeiten.

E-Dossier "Broschürenautomaten: Kompakte Alleskönner"
Das E-Dossier “Broschürenautomaten: Kompakte Alleskönner” zeigt aktuelle Systeme und was sie leisten. ⇒ Weitere Informationen und Bestellung per Klick auf das Bild!

Unser E-Dossier beschäftigt sich eingehend mit Broschürenautomaten und ihren Eigenschaften und klärt, in welchen Fällen sie tatsächlich eine Alternative zu Sammelheftern sein können.

⇒ Hier finden Sie das PDF für 3,90 Euro: Jetzt herunterladen! ⇐


Nach oben

Gesamtsystem für Vollautomatisierung: Sigma-Linie von Müller Martini

Müller Martini löst den Knoten der Weiterverarbeitung im digitalen Druckprozess mit der Sigma-Line, einem Gesamtsystem für die vollautomatisierte Herstellung verschiedenster Printprodukte. Die Sigma-Line soll den Weg zur industriellen digitalen Buch- oder Broschürenproduktion ebnen, indem sie alle Prozesse von den Daten der Vorstufe über den Digitaldruck und die Weiterverarbeitung zu einem Gesamtsystem vernetzt. Möglich ist die Produktion von digital gedruckten Aufträgen in der Klebebindung, Fadenheftung und Sammelheftung.

Zu den Kernelementen der Linie gehört der Sigma-Folder. Der bahnbasierende und formatvariable Signaturfalzer stellt ein wichtiges Bindeglied zwischen Druckmaschine und Weiterverarbeitung dar und ermöglicht die Verarbeitung von Signaturen. Das Inlinesystem ermöglicht laut Anbieter mit einem Maschinenführer die vollautomatisierte Herstellung in einem einzigen Arbeitsgang ohne Unterbrechungen – vom PDF bis zum fertigen Printprodukt in wenigen Minuten.

Nach oben

Connex: Integration von Softcover-, Hardcover- und Sammelheftanlagen mittels Connex

Ob klebegebundene Softcover, auf der Buchlinie hergestellte Hardcover oder eben sammelgeheftete Produkte – in allen Weiterverarbeitungs-Prozessen bewirkt das von Müller Martini entwickelte, konzernweit angewandte digitale Workflow-System Connex laut Hersteller ein nahtloses Zusammenspiel und die Steuerung aller Aggregate. Connex ist damit die Basis für eine nahtlose Integration der Softcover-, Hardcover- und Sammelheft-Anlagen.

Indem Connex mit allen beteiligten Maschinen kommuniziert, soll es für eine hohe Sicherheit und Transparenz in der Herstellung sorgen, generiert die Jobdaten aller Systeme und ermöglicht das Disponieren von Aufträgen im Sinne von Sortieren, Gruppieren und Planen. Das ist insbesondere wegen der immer kleiner werdenden Auflagen unabdingbar. Die enge Zusammenarbeit zwischen Müller Martini und den Herstellern von Digitaldrucksystemen ist die Grundlage für eine einwandfreie Integration der Druckmaschinen in den gesamten Workflow der Produktionssysteme.

Artikel von Martina Reinhardt, 05.03.2018.