Start-ups zeigen neue Lösungen für die Verpackungsindustrie auf der interpack 2026
von Redaktion,
Start-ups aus acht Ländern zeigen auf der interpack 2026 neue Ansätze für nachhaltige Materialien, bessere Haltbarkeit von Lebensmitteln und digitale Lösungen für die Verpackungsindustrie.(Bild: Messe Düsseldorf / ctillmann)
Auf der interpack 2026 präsentieren 22 Start-ups ihre Ideen für mehr Nachhaltigkeit, bessere Prozesse und neue Geschäftsmodelle. Im Fokus stehen unter anderem Materialien, Digitalisierung und Lösungen gegen Lebensmittelverschwendung.
Junge Unternehmen spielen eine immer größere Rolle in der Verpackungs- und Verarbeitungsindustrie. Auf der interpack 2026 zeigen 22 Start-ups in der Start-up Zone in Halle 7a ihre Entwicklungen. Im Vergleich zur letzten Veranstaltung hat sich die Fläche für diesen Bereich mehr als verdoppelt. Insgesamt nehmen rund 2.800 Aussteller aus 67 Ländern an der Messe teil, die vom 7. bis 13. Mai in Düsseldorf stattfindet.
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Die Start-ups kommen aus acht Ländern, darunter Deutschland, Schweden, Indien und Großbritannien. Ihre Themen reichen von nachhaltigen Materialien über Mehrwegsysteme bis hin zu Softwarelösungen für Reporting, Regulierung und Prozesssteuerung. Auch neue Ansätze in der Prozesstechnik sind vertreten.
Ein Schwerpunkt liegt auf der Verbesserung von Lebensmittelqualität und Haltbarkeit. Das schwedische Unternehmen Innoscentia entwickelt Sensortechnologie, mit der sich der tatsächliche Zustand von Lebensmitteln in jeder einzelnen Verpackung messen lässt. „Konservative Mindesthaltbarkeitsdaten verwirren Verbraucherinnen und Verbraucher, verkürzen das Verkaufsfenster für Einzelhändler und verschärfen so das massive globale Problem der Lebensmittelverschwendung“, sagt Henrik Nilsson, CEO von Innoscentia. „Unsere Sensortechnologie ermöglicht eine kostengünstige Qualitätskontrolle für jede einzelne Verpackung. Durch die Anzeige der tatsächlichen Qualität in Echtzeit wird die Haltbarkeit verlängert und Verbraucher können ihre Kaufentscheidung auf der Grundlage von Fakten treffen. Strengere Rechtsvorschriften und verbindliche Ziele der Europäischen Union bis 2030, die eine Reduzierung der Lebensmittelverschwendung um 10 Prozent bei den Erzeugern und um 30 Prozent im Einzelhandel und bei den Verbrauchern vorsehen, erfordern neue Lösungen, sodass die Branche besser auf die neuen, strengeren gesetzlichen Anforderungen reagieren kann.“
Auch das portugiesische Unternehmen Nanox arbeitet an Lösungen für längere Haltbarkeit. Mit seiner Technologie sollen mikrobielles Wachstum gehemmt und Gasaustausch in Verpackungen gesteuert werden. „Unsere Lösungen werden in Übereinstimmung mit internationalen Vorschriften für Lebensmittelkontaktmaterialien sowie geltenden Qualitätsstandards entwickelt. Dadurch ist eine sichere und skalierbare Implementierung in globalen Märkten möglich“, sagt Gustavo Pagotto, CEO und Co-Founder. „Durch die Verbindung von Materialwissenschaft, regulatorischer Konformität und industrieller Umsetzbarkeit tragen wir dazu bei, Lebensmittelverluste entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu reduzieren. Die interpack bietet die ideale Plattform, um unsere Innovation mit internationalen Branchenführern zu vernetzen, die sich für Nachhaltigkeit, die Umsetzung der PPWR und Verpackungstechnologien der nächsten Generation einsetzen.“
Neben Lebensmitteln geht es auch um den sicheren Transport sensibler Produkte. Licopharm entwickelt Isolierverpackungen für Pharma- und Life-Science-Anwendungen. Dabei werden papierbasierte Materialien eingesetzt, die recycelbar sind und stabile Temperaturbedingungen ermöglichen. Hintergrund sind steigende Anforderungen an Nachhaltigkeit und strengere Vorgaben in der Pharmalogistik.
Evopack setzt auf Bag-in-Box-Lösungen für flüssige und verderbliche Produkte. Ziel ist es, Produktausfälle zu verringern und gleichzeitig den Einsatz von Konservierungsmitteln zu reduzieren. „Angesichts der PPWR und der verschärften Biozidprodukte-Verordnung (BPR) wird die Reduktion von Konservierungsmitteln zunehmend zum Wettbewerbsfaktor. Wir bieten Herstellern hierfür eine zukunftssichere, regulatorisch robuste Verpackungslösung, die Produktsicherheit auch bei reduziertem oder minimalem Konservierungseinsatz zuverlässig gewährleistet“, so Florian Ebinger, Co-Founder von Evopack.
Ein weiterer Trend ist die Entwicklung neuer Materialien. Cell2Green stellt eine biologisch abbaubare Cellulosefolie aus nachwachsenden Rohstoffen vor. Sie soll herkömmliche Kunststofffolien ersetzen und ohne zusätzliche Chemikalien auskommen. „Unsere Lösung ist sowohl kreislauffähig als auch für sensible Einsatzbereiche geeignet, in denen Folien häufig in die Umwelt gelangen – etwa in der Landwirtschaft, bei Bioabfällen oder bei verbrauchernahen Verpackungen. Gleichzeitig erfüllt die Folie industrielle Anforderungen wie Feuchtigkeitsbeständigkeit, Siegelfähigkeit und prozesssichere Verarbeitung – ganz ohne Additive“, erklärt Dirk Hollmann, CEO & Co-Founder von Cell2Green.
Die Start-up Zone ergänzt das Messeangebot um neue technologische Ansätze und Geschäftsmodelle. Sie soll den Austausch zwischen jungen Unternehmen und etablierten Marktteilnehmern fördern. Zusätzlich sind Präsentationen und Pitches im interpack Spotlight Forum geplant.