Gute Stimmung in Leipzig: Die Delegierten der FDI-Bezirke vor dem Tagungshotel.(Bild: Deutscher Drucker)
Die 38. Bundeshauptversammlung des FDI (Fachverband der Druckindustrie und Informationsverarbeitung e. V.) fand dieses Jahr in Leipzig statt und stand ganz im Zeichen von organisatorischen Weiterentwicklungen des Verbands. In seinem Geschäftsbericht zog der 1. Bundesvorsitzende Franz Bausch eine positive Bilanz. Die neue Satzung und die Zukunft des Verbandes standen im Mittelpunkt der Gespräche.
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Der erste Bundesvorsitzende Franz Bausch (l.) und der Schatzmeister Marco Naber (r.) bedanken sich beim 1. Vorsitzenden des gastgebenden Bezirks Berlin, Matthias Voss, für die tolle Eventorganisation.
Bundeshauptversammlungen des FDI dienen auch immer dem Kennenlernen der Veranstaltungsstadt. Dieses Jahr war es Leipzig. Der 1. Vorsitzende des gastgebenden Bezirks Berlin, Matthias Voss, und sein Team hatten ein attraktives Rahmenprogramm auf die Beine gestellt. Bei einer Führung durch das Grafische Viertel der Stadt wurde deutlich, dass Leipzig früher das Zentrum des deutschsprachigen Buchhandels und Druckgewerbes war. Abends zogen die Teilnehmer:innen in den Zunftkeller weiter. Während am Samstag die Delegierten der Bezirke ihre Bundeshauptversammlung abhielten, erkundeten Begleitpersonen und Gäste die Stadt per Rundfahrt. Der Abend klang dann in Auerbachs Keller, in dem Goethe seinen Faust feiern ließ, aus.
Verbandsverwaltung optimiert – solide Finanzen
In seinem Geschäftsbericht konnte der 1. Bundesvorsitzende Franz Bausch von einer sehr produktiven Arbeit im Bundesvorstand berichten. Neben organisatorischen Veränderungen sind im vergangenen Jahr mehrere Zukunftsprojekte angegangen worden. Unter anderem wird derzeit eine neue Homepage aufgesetzt. Franz Bausch berichtete auch von weiteren Aktivitäten wie zum Beispiel einer Kooperation mit der Fachpack.
Der Bundesvorstand des FDI (v. l.): Franz Bausch (1. Bundesvorsitzender), Andreas Bimmler (Schriftführer), Angela Hüfner (Beisitzerin), Clemens Liebig (Referent für Öffentlichkeitsarbeit), Marco Naber (Schatzmeister) und Sven-Eric Hüfner (2. Bundesvorsitzender und Referent für Veranstaltungsorganisation).
Auf operativer Ebene hat der Vorstand in den vergangenen Monaten wesentliche Strukturen erneuert. Wie Schatzmeister Marco Naber berichtete, wurde eine neue kombinierte Datenbank- und Buchhaltungslösung eingeführt, die Mitgliederdaten und Finanzen in einer einzigen Software bündelt. Naber betonte, der Verband sei damit zu jeder Zeit in der Lage, aktuell und transparent gegenüber Mitgliedern und Bezirken zu agieren. Die Mitgliederdaten der Bezirke seien bereits angelegt. Nach der Sommerpause soll das System auch für die Bezirksvorstände freigeschaltet werden, damit diese die Mitgliederverwaltung eigenständig vornehmen können.
Aus dem Delegiertenkreis wurde in der Aussprache die Arbeit des Bundesvorstandes explizit gelobt. Zudem wurde angeregt, die Bezirksvorstände in regelmäßigen Abständen, etwa quartalsweise, über die laufende Vorstandsarbeit zu informieren.
Schatzmeister Marco Naber erläuterte den positiven Haushaltsabschluss für das Jahr 2025 und legte den Haushaltsentwurf für 2026 vor. Wie von den Kassenprüfern empfohlen, wurde der Vorstand mit großer Zustimmung entlastet.
Satzung überarbeitet und beschlossen
Kernpunkt der Tagesordnung war die Verabschiedung einer neugefassten Satzung, die der Bundesvorstand den Delegierten zur Abstimmung vorlegte. Was ändert sich? Neben dem Herausstreichen aller Verweise auf die nicht mehr existierende Geschäftsstelle in Saarbrücken wurden vor allem die Aufgaben des Verbandes konkretisiert, digitale Informationswege als Standard verankert und Fristen gestrafft. Außerdem wurde die Mitgliedschaft ausdrücklich für Personen geöffnet, die zwar nicht unmittelbar in der Druckindustrie tätig sind, aber durch ihre berufliche oder gesellschaftliche Tätigkeit mit deren Interessen verbunden sind. Die anschließende Diskussion mit den Delegierten brachte noch drei Nachbesserungen mit sich. Hierbei ging es um die Organisation und Finanzierung der Landesverbände. Mit diesen Korrekturen wurde die Satzung einstimmig angenommen. Die Geschäftsordnung wird entsprechend angepasst.
FDI-Veranstaltungen vor Ort
Ein Markenzeichen des FDI sind die Communities in den regionalen Bezirken mit ihren zahlreichen Events. In einem eigenen Tagesordnungspunkt berichteten die Delegierten von diesen Aktivitäten. Die Bezirke organisieren mehrere Veranstaltungen pro Jahr. Den Mitgliedern werden unter anderem Betriebsbesichtigungen in Druckereien angeboten, aber auch kulturelle Highlights wie die Besuche von Museen bis hin zu mehrtägigen Studienfahrten oder Ausflügen in Deutschland. Wichtig ist auch der soziale Zusammenhalt in den Bezirken, weswegen bei manchen Veranstaltungen auch die Familienangehörigen der Mitglieder explizit einbezogen werden.
Ehrungen für verdiente Mitglieder
Einen besonderen Moment erlebte die Versammlung mit der Ehrung von Franz Schuhmann.
Die 2. Vorsitzende des Bezirks Berlin, Franziska Nagel-Zahn, überreichte Franz Schuhmann einen Geschenkkorb.
Der 86-jährige gelernte Buchdrucker aus Nürnberg ist seit 1966 Mitglied des FDI, hat die Integration der ostdeutschen Kollegen nach 1990 aktiv mitgestaltet und war 2. Bundesvorsitzender des Verbandes. Für seine Verdienste wurde er seinerzeit mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Die Laudatio betonte, dass Schuhmanns Erfahrungen und sein Rat bis heute über den Heimatbezirk Berlin hinaus geschätzt werden. In Leipzig überreichte der FDI ihm die goldene Ehrennadel, eine Urkunde und ein Sachgeschenk für 60 Jahre Mitgliedschaft.
Gewürdigt wurde auf der 38. Bundeshauptversammlung auch Wilfriede Schneider.
Wilfriede Schneider erhielt einen bunten Frühlingsstrauß von Clemens Liebig (l.) und Andreas Bimmler (r.).
Die derzeitige 2. Vorsitzende des FDI-Bezirks Mannheim/Ludwigshafen/Speyer und Kassenverantwortliche des LV 4 hat dem Verband auf Bundesebene über viele Jahre hinweg als Schatzmeisterin gedient — ein Amt, das sie dann 2022 an Marco Burkhard Jägerfeld weitergab. Als Vorsitzende des LV 4 wurde sie von Clemens Liebig abgelöst. Der Bundesvorstand dankte ihr für ihre langjährige erfolgreiche Arbeit im FDI und im Bundesvorstand und überreichte Wilfriede Schneider einen bunten Frühlingsstrauß.
Die nächste Bundeshauptversammlung soll 2027 auf Einladung des Bezirks Rhein-Main in Frankfurt stattfinden. Der genaue Termin wird noch bekanntgegeben.