Druckindustrie

Koenig & Bauer stellt neue Unternehmensstrategie „IMPACT” vor

Dr. Stephen Kimmich, CEO von Koenig & Bauer, hat die neue Strategie „IMPACT" am 19. März vorgestellt. Sie soll das Unternehmen bis 2030 vom Maschinenbauer zum Technologie-Anbieter transformieren.(Bild: Koenig & Bauer )

Koenig & Bauer hat seine neue Unternehmensstrategie präsentiert. Unter dem Namen „IMPACT” – ein Akronym für Intelligence, Market, People, Adaptability, Competitiveness und Technology – soll das Unternehmen bis 2030 und darüber hinaus vom Maschinenbauer zum Technologie-Anbieter weiterentwickelt werden. Die Strategie löst „Exceeding Print” ab, die seit 2021 galt. Als Kernanliegen wurden die Themen KI und Automatisierung formuliert.

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Ein zentrales Element ist der Ausbau von Künstlicher Intelligenz – sowohl in internen Prozessen als auch in Kundenprodukten. Mit dem Programm „AI Empower” will Koenig & Bauer KI tiefer in Abläufe und Maschinen integrieren. Das bereits laufende Kundenportal myKyana, das Maschinendaten vernetzt und Betriebsoptimierungen ermöglichen soll, wird dabei als Referenzbeispiel genannt.

Neue Märkte, neues Preissegment

Geografisch setzt Koenig & Bauer besonders auf Wachstum in Asien, Indien, Lateinamerika und dem Nahen Osten. Daneben will das Unternehmen stärker im sogenannten Mid-Tech-Segment Fuß fassen – also bei preissensibleren Kunden. Konkrete Produktvarianten dafür werden angekündigt, ohne dass die Pressemitteilung Details nennt. Als Produkte für die Expansion nennt Koenig & Bauer unter anderem die Digitaldrucksysteme RotaJET und VariJET sowie CI-Flexo-Anlagen und Wellpappenlösungen.

Menschen, Tempo, Training

Die People-Säule der Strategie umfasst mehr als Personalentwicklung im klassischen Sinn. Neben Investitionen in digitale Arbeitswerkzeuge und Weiterbildung betont Koenig & Bauer explizit den Anspruch, Kunden bei der Nutzung ihrer Maschinen zu begleiten. CEO Dr. Stephen Kimmich formuliert das so: „Wir stellen nicht bloß die Hardware zur Verfügung. Wir begleiten unsere Kunden und stellen sicher, dass sie den vollen Leistungsumfang unserer Maschinen und Produkte ausschöpfen können, um bestmögliche Ergebnisse zu erzielen.” Das „P” steht dabei auch für Pace und Performance – schlankere Strukturen sollen die Reaktionsgeschwindigkeit auf Marktveränderungen erhöhen.

Service

Das Servicegeschäft, das nach Unternehmensangaben bereits rund 30 Prozent des Konzernumsatzes ausmacht, soll weiter ausgebaut werden. Ergänzt wird dies durch eine flexiblere Fertigung mit lokaler Beschaffung und Montage, um Lieferkettenrisiken zu reduzieren.

Kostendisziplin und Profitabilität

CFO Dr. Alexander Blum betont: „Profitabilität ist die Versicherung für unsere Vorhaben von morgen.” Verwiesen wird hier auf eine Mittelfristplanung. Kostensenkungsprogramme, veränderte Make-or-Buy-Entscheidungen und eine globale Beschaffungsstrategie sollen die Wettbewerbsfähigkeit sichern.

Authentifizierung und Verpackung

Auf der Produktseite setzt Koenig & Bauer zunehmend auf Systeme für Produktschutz und Qualitätskontrolle. Die Plattform AURAVEO für digitale Verpackungsanwendungen sowie Lösungen der Sparte Koenig & Bauer Vision & Protection gewinnen nach Unternehmensangaben massiv an Bedeutung.

Strategie als Haltung

Neben den sechs strategischen Säulen kommuniziert Koenig & Bauer die Strategie auch als kulturellen Appell. Im Akronym steckt buchstäblich „I ACT” – damit soll jeder Mitarbeitende aufgefordert werden, das eigene Handeln an den strategischen Zielen auszurichten. CEO Dr. Stephen Kimmich kommentiert die neue Ausrichtung mit dem Satz: „Die Marktdaten zeigen uns die Tür, durchgehen müssen wir selbst.”