Verpackungsdruck

7C-Flexodruck soll Prozesse nachhaltiger machen

Der standardisierte 7C-Flexodruck soll im Verpackungsdruck für stabilere Prozesse, weniger Materialverbrauch und eine bessere CO2-Bilanz sorgen.(Bild: Südpack)

Südpack setzt im Flexodruck auf einen standardisierten Siebenfarbenprozess. Das Ziel: weniger Abfall, weniger Energieverbrauch und stabilere Druckergebnisse. Der Umstieg verlangt allerdings klare Abläufe und ein Umdenken in der Produktion.

Mit dem sogenannten 7C-Flexodruck verfolgt Südpack seit mehreren Jahren einen standardisierten Druckprozess für Verpackungsfolien. Statt der klassischen CMYK-Farben kommen dabei zusätzlich Orange, Grün und Violett zum Einsatz. Gleichzeitig wird weitgehend auf Sonder- und Pantonefarben verzichtet.

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Nach Angaben des Unternehmens lassen sich mehr als 85 Prozent dieser Farben automatisch in den erweiterten Farbraum umsetzen. Die Farbgenauigkeit werde über verbindliche Referenzen und Proofs abgesichert.

Der eigentliche Wandel findet dabei nicht an der Druckmaschine statt, sondern bereits in der Druckvorstufe. Seit 2019 arbeitet Südpack mit dem Verfahren SPQ („Sustainable Print Quality“). Dabei werden sämtliche Designs auf eine fest definierte Siebenfarbenpalette angepasst. Ziel ist ein durchgängiger, stabiler Prozess mit möglichst wenig Variabilität.

Das Unternehmen sieht darin vor allem Vorteile bei Nachhaltigkeit und Effizienz. Durch weniger Farbwechsel sinken der Aufwand für Maschinenumrüstungen sowie der Verbrauch von Farben, Lösemitteln und Folienmaterial. Laut einer zertifizierten Ökobilanzanalyse sollen sich mit dem Verfahren bis zu 18 Prozent CO2 im Vergleich zum herkömmlichen Flexodruck einsparen lassen.

Auch bei Wiederholaufträgen soll der standardisierte Prozess Vorteile bringen. Einstellungen lassen sich schneller reproduzieren, Druckergebnisse bleiben laut Südpack über verschiedene Auflagen, Werke und Länder hinweg konstant.

Für Kunden ändere sich im Alltag nur wenig. Die Druckdaten würden weiterhin wie gewohnt angeliefert. „Alles Weitere erledigen wir“, sagt Achim Herter, Senior Director Competence Center Converting bei Südpack. Bei Relaunches oder neuen Druckmotiven sei es allerdings sinnvoll, den Verpackungshersteller frühzeitig einzubinden, um Korrekturschleifen zu vermeiden.

Trotz der Vorteile tun sich viele Unternehmen laut Südpack noch schwer mit dem Umstieg. „Das Interesse am 7C-Druck ist immens, aber im Spannungsfeld zwischen Designanspruch, Produktionsrealität und Nachhaltigkeitsdruck fällt ein Umstieg nicht leicht. Auch wenn der erste Schritt ein Schritt aus der Komfortzone ist – der Switch auf 7C lohnt sich auf jeden Fall“, sagt Achim Herter.