OutNature errichtet in Schwedt/Oder eine Strohfaseranlage
Getreidestroh als nachwachsendes Rohstoffdepot für Papierherstellung
von Redaktion,
Bei der Schlüsselübergabe (v.l.n.r): Thomas Strieder (Sales Director, OutNature), Michail Ginsburg (Geschäftsführer, OutNature), Christian Schürmann (COO, Leipa Georg Leinfelder GmbH), Patrick Walczak (CSO, Leipa Group GmbH).(Bild: OutNature, Leipa)
Das Kreislaufwirtschaftsunternehmen PreZero (Neckarsulm) erschließt mit seiner Marke OutNature Getreidestroh als Rohstoffquelle für die Papierherstellung. Im brandenburgischen Schwedt (Oder) beginnt nun die erste Realisierungsphase. Nach der Kooperationsverkündung zwischen OutNature und Leipa im September 2025 erfolgte der offizielle Startschuss mit einer Schlüsselübergabe.
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OutNature investiert einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag in den Aufbau einer innovativen Strohfaseranlage auf dem Gelände des Papierherstellers Leipa. Beide Partner nutzen den nachwachsenden Rohstoff als strategische Alternative für Frischholzfasern. Dies soll die Unabhängigkeit von Lieferketten stärken und schont natürliche Ressourcen, die knapper werden.
Aufbau der Anlage startet
Leipa hat eine Bestandshalle auf ihrem Werksgelände instand gesetzt. Mit der Schlüsselübergabe beginnt nun offiziell der Aufbau der Anlage. Der Einzug markiert den Übergang in den physischen Aufbau. „Wir wandeln Ressourcen aus dem Einzugsgebiet unserer Anlage in strategische Rohstoffe für die Papierherstellung um“, erklärt Michail Ginsburg, Geschäftsführer von OutNature. „Das Projekt stärkt die Resilienz unserer Kunden nachhaltig. Agrarreststoffe dienen uns dabei als wertvolles Rohstoffdepot.“ Die Anlage nutzt ein thermomechanisches Aufschlussverfahren. Sie soll nach Fertigstellung ungefähr 7.000 Tonnen Strohfasern jährlich produzieren.
Ressourcenschonung ohne Flächenkonkurrenz
Ein Fokus der neuen Anlage liegt auf der Optimierung von Fasereigenschaften. Umfassende Untersuchungen im Rahmen der Produktentwicklung bestätigten das Potenzial, heißt es in einer Medienmitteilung von PreZero. Die Strohfasern weisen demzufolge hervorragende Festigkeitswerte auf, die eine Aufwertung in Richtung Frischfaser-Eigenschaften ermöglichen. Damit seien sie eine starke Alternative zu Holzfasern. Stroh wächst jährlich in großen Mengen nach. Die Nutzung dieses Reststoffs optimiert die landwirtschaftliche Flächenproduktivität, ohne neue Anbauflächen zu beanspruchen. „Die Partnerschaft beweist unsere Innovationskraft in Schwedt“, sagt Antonio Bellante, CEO Leipa Group. „Wir transformieren die Papierindustrie durch neue Technologien.“
Beschaffung aus dem Umland
Das erste marktfähige Produkt “Leipa Synergy” ist für Ende Q2/2027 geplant. Es dient als Alternative für Kraftliner. Die Rezeptur kombiniert Strohfasern mit Recyclingfasern. Diese Mischung nutzt die Vorteile beider Produktwelten. OutNature nutzt dabei die landwirtschaftlichen Reststoffe durch kaskadische Verwertung. Kurze Transportwege durch die Beschaffung des Strohs aus dem unmittelbaren Umkreis der Anlage sorgen dafür, dass sich transportbedingte CO₂-Emissionen gezielt minimieren lassen. “Wir entfalten das Potenzial landwirtschaftlicher Nebenprodukte aus der Region“, so Ginsburg. Das Strohpapier eigne sich ideal für Verpackungslösungen. Es kommt unter anderem bei Wellpappe-Verpackungen oder Displays zum Einsatz. Da Getreide jährlich angebaut wird, ist der Rohstoff Stroh in großen Mengen verfügbar.