Forschungsinstitut Fogra blickt auf 1.236 Projekte und drei Standorte zurück

Fogra feiert 75 Jahre Gemeinschaftsforschung

Im Luitpoldsaal des Bamberger Hauses, dem ersten Institutsgebäude der Fogra, würdigten rund 50 Gäste 75 Jahre Gemeinschaftsforschung für die grafische Industrie.(Bild: Fogra)

Die Fogra hat Mitte Oktober in München ihr 75-jähriges Bestehen gefeiert. Rund 50 Gäste kamen dazu im Bamberger Haus zusammen, dem ersten Institutsgebäude des 1951 auf der ersten drupa gegründeten Forschungsinstituts. Vertreter von Vorstand, Institutsleitung, Mitgliedsunternehmen und Industrie würdigten die Arbeit der Gemeinschaftsforschung für die grafische Industrie.

Gründung 1951 auf der ersten drupa

Gegründet wurde die Fogra am 9. Mai 1951 in Düsseldorf als „Deutsche Gesellschaft zur Förderung der Forschung im graphischen Gewerbe“. 25 Firmen und Einzelpersonen initiierten den gemeinnützigen Verein zum Wohle der Druckindustrie; der Gemeinschaftsgedanke ist nach Angaben des Instituts bis heute tragendes Element.

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Die erste Mitgliederversammlung folgte am 17. Oktober desselben Jahres in Wiesbaden. Dort wurden bereits die ersten Forschungsthemen vorgestellt: neben Maskenverfahren und elastischen Druckformen auch die „Druckbestäubung“ und ihre gesundheitlichen Auswirkungen. Damit habe sich die Fogra schon vor 75 Jahren mit Fragen beschäftigt, die heute unter Health, Safety & Environment gefasst werden.

Drei Gebäude, vier Institutsleiter

Seinen Sitz fand das Institut in München. Die Stadtverwaltung stellte der Fogra das Bamberger Haus mietfrei zur Verfügung, die Arbeiten begannen dort Mitte September 1951. Bis 1974 blieb das historische Gebäude Wirkstätte des Forschungsinstituts für das grafische Gewerbe. Der nächste Umzug folgte 43 Jahre später: vom Münchner Osten nach Aschheim, wo ein eigenes Institutsgebäude entstand.

In 75 Jahren und drei Gebäuden verantworteten vier Institutsleiter und vier Vorstandsvorsitzende die Geschicke der Fogra. In dieser Zeit bearbeitete das Institut 1.236 Forschungsprojekte, erstellte 40.472 Gutachten und richtete 654 Schulungen und Symposien mit 31.470 Teilnehmenden aus.

Jubiläumsfeier im Luitpoldsaal

Gefeiert wurde am 15. Oktober im Bamberger Haus, das inzwischen als Restaurant und Eventlocation betrieben wird – konkret im Luitpoldsaal. Der mit Deckenfresko und Stuckaturen versehene Raum beherbergte damals Instituts- und Geschäftsleitung sowie den Besprechungsraum und die Dokumentationsstelle. Eine Führung mit Erläuterungen und eingezeichnete Grundrisse der Büros im ersten Obergeschoss sollten den Gästen einen Eindruck der früheren Räumlichkeiten vermitteln.

Nach einem filmischen Rückblick sprachen der Vorstandsvorsitzende Stefan Aumüller von Aumüller Druck und der geschäftsführende Institutsleiter Dr. Eduard Neufeld. Sie dankten den Mitarbeitenden und gaben einen Einblick in Tätigkeit und Ergebnisse der Fogra. Als zwei Kernkompetenzen hoben sie Beständigkeit und Voraussicht hervor: „Die Fogra erkennt Wandel, stellt die richtigen Fragen und macht aus Forschung anwendbares Wissen.“

Stimmen aus Mitgliedsunternehmen und Industrie

Die praxisnahe, anwendungsorientierte Forschung und den „sicheren Hafen“, den die Fogra biete, lobte Tobias te Neues von der te Neues Druckereigesellschaft, Enkel des Fogra-Gründungsmitglieds Heinz te Neues. Sein Vater Jan te Neues war von 1978 bis 2003 Vorstandsvorsitzender der Fogra. Welchen Aufwand dieses Ehrenamt bedeutet, habe er unmittelbar erlebt: „Wie oft hörten meine Geschwister und ich am Sonntagnachmittag: ‚Ich mache noch zwei bis drei Stunden Fogra‘, danach können wir noch etwas unternehmen.“

Für Heidelberg sprach Dr. David Schmedding, Vorstand Technologie & Vertrieb: „75 Jahre Fogra sind ein beeindruckendes Jubiläum und ein bedeutender Meilenstein für die gesamte grafische Industrie. Die Fogra hat die Entwicklung unserer Branche über Jahrzehnte hinweg begleitet, geprägt und aktiv mitgestaltet.“ Gerade in einer Zeit rasanter technologischer Veränderung brauche es Orientierung und wissenschaftlich fundierte Expertise. Schmedding überreichte Dr. Neufeld stellvertretend für die Belegschaft ein graviertes Heidelberg-Zahnrad „als Zeichen der langjährigen Verbundenheit und der gemeinsamen Geschichte“.

Forschung zu Druck- und Medientechnologien

Die Fogra betreibt anwendungsorientierte Forschung in den Bereichen Druck- und Medientechnologien und hat daraus mehrfach Standards für Prozesse und Qualitätsprüfungen entwickelt. Zu den internationalen Mitgliedern zählen Unternehmen aus dem gesamten Branchenspektrum – von der Produktion von Print- und elektronischen Medien bis zum Anlagenbau. Das Institut führt Prüfungen und Zertifizierungen durch, berät Unternehmen zu Qualitätsfragen und schlichtet in fachlichen Streitfällen.