Neuer Tintenstrahl-Druckkopf mit Zirkulationssystem für Etiketten- und Verpackungsdruck
Kyocera bringt Druckkopf KJ4A-EX600RC-HX für Weiß- und Lacktinte
von Redaktion,
Der zirkulierende Tintenstrahl-Druckkopf KJ4A-EX600RC-HX von Kyocera verarbeitet UV-Tinten mit Viskositäten von 8 bis 11 mPa·s und soll Druckgeschwindigkeiten bis 100 m/min ermöglichen.(Bild: Kyocera)
Kyocera beginnt im November 2026 mit dem Verkauf des Tintenstrahl-Druckkopfs KJ4A-EX600RC-HX für den Etiketten- und Verpackungsdruck. Der Druckkopf mit zirkulierendem Tintensystem verarbeitet UV-Tinten in einem Viskositätsbereich von 8 bis 11 mPa·s und unterstützt damit weiße Tinte, Lacktinte und Folienveredelung bei Druckgeschwindigkeiten von bis zu 100 m/min.
Die Kyocera Corporation hat den Marktstart des Druckkopfs für November 2026 angekündigt. Das Modell deckt nach Unternehmensangaben ein erweitertes Spektrum an Tintenviskositäten ab und ermögliche Hochgeschwindigkeitsdruck. Damit reagiere der Hersteller auf die steigende Nachfrage nach dekorativen Effekten im Etiketten- und Verpackungsmarkt, etwa nach kräftigen Farben durch weiße Tinte, glänzenden und dreidimensionalen Oberflächen durch Lacktinte sowie metallischen Designs durch Folienveredelung.
Anzeige
Zirkulierendes Tintensystem soll Wartungsaufwand senken
Eine firmeneigene Struktur lässt die Tinte in der Nähe der Düsen zirkulieren. Die von Kyocera entwickelte Gestaltung der Strömungswege soll verhindern, dass sich Tintenbestandteile absetzen oder austrocknen, und für eine gleichmäßige Tintentemperatur sorgen. Dadurch sei ein stabiler Tintenausstoß auch bei hochviskosen oder pigmentbasierten Tinten gewährleistet, was eine gleichbleibende Druckqualität unterstütze. Zusätzlich verringere das Design den Wartungsaufwand bei Neustarts, einschließlich der Reinigung des Druckkopfes.
Größeres Tropfenvolumen für höhere Deckkraft
Das maximale Tröpfchenvolumen liegt bei 21 pL, das minimale bei 7 pL. Gegenüber dem Vorgängermodell KJ4A-AL hat sich der Maximalwert nach Herstellerangaben um 23 Prozent erhöht. Das größere Volumen verbessere die Deckkraft der weißen Tinte, sodass das darunterliegende Material weniger sichtbar sei. Neben einer höheren Opazität nennt Kyocera auch Dickfilm-Effekte als Einsatzmöglichkeit.
Breiterer Viskositätsbereich und verdoppelte Ansteuerfrequenz
Der unterstützte Viskositätsbereich wurde von 6 bis 7 mPa·s bei den Vorgängermodellen auf 8 bis 11 mPa·s erweitert. Dadurch vergrößere sich die Vielfalt der einsetzbaren Tinten und damit der Anwendungsbereich des Digitaldrucks, einschließlich spezieller Drucktechniken und Texturen. Die Ansteuerfrequenz, die den Zeitpunkt des Tintenausstoßes steuert, hat sich von 20 kHz beim Vorgängermodell KJ4A-AL auf 40 kHz verdoppelt. Daraus ergeben sich Druckgeschwindigkeiten von bis zu 100 Metern pro Minute. Das sei eine der höchsten Produktionsleistungen unter den UV-Tinten-kompatiblen Druckköpfen des Unternehmens, so Kyocera mit Stand September 2026.
Technische Eckdaten und Marktumfeld
Der Druckkopf misst 200 × 42 × 68 mm (Breite × Tiefe × Höhe), arbeitet mit einer Auflösung von 600 dpi und bietet eine effektive Druckbreite von 108,33 mm. Gefertigt wird er im Werk Kirishima in Kagoshima, Japan.
Als Hintergrund der Entwicklung verweist Kyocera auf die anhaltende Verlagerung des Druckmarkts in Richtung Digitaldruck und eine bedarfsgerechte Produktion. Treiber seien der Bedarf an Kleinserien mit großer Produktvielfalt sowie Bemühungen zur Umweltentlastung. Gleichzeitig verlange der Markt im laufenden Betrieb gleichbleibende Qualität, höhere Produktivität und einen geringeren Wartungsaufwand. Mit dem KJ4A-EX600RC-HX will das Unternehmen diese Anforderungen bedienen und die Weiterentwicklung des Digitaldrucks unterstützen.