Produkt: Deutscher Drucker Digital 1/2018
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LVZ und DNN werden künftig in Halle bzw. Dresden gedruckt

Madsack schließt Ende 2019 Zeitungsdruckerei in Leipzig

Die Druckerei in Leipzig-Stahmeln war 1991 in Betrieb gegangen.

Die Madsack Mediengruppe wird Ende 2019 ihre Zeitungsdruckerei in Leipzig-Stahmeln schließen. Dies gab Madsack jetzt bekannt. Im August war bereits bekanntgeworden, dass die Axel Springer SE den Druckauftrag für eine Teilauflage der “Bild”-Zeitung im kommenden Jahr aus Leipzig abziehen wird um sie stattdessen in der eigenen Druckerei in Berlin-Spandau zu produzieren. Dieser Auftrag macht aktuell etwa die Hälfte der Druckmenge der Leipziger Druckerei aus, die außerdem die verlagseigenen Titel Leipziger Volkszeitung und Dresdner Neueste Nachrichten produziert.

Wie Madsack nun mitteilte, sollen im Rahmen eines “neuen Druckkonzeptes” die Leipziger Volkszeitung (LVZ) künftig bei der MZ Druckereigesellschaft in Halle und die Dresdner Neuesten Nachrichten bei der DDV Mediengruppe in Dresden gedruckt werden. In Halle war erst 2017 eine neue Zeitungsdruckmaschine in Betrieb gegangen.

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Nach dem Verlust des Großkunden Springer seien “ausführlich alle Optionen für den Druckstandort Leipzig geprüft” worden. “Der Verlust eines Großauftrags ist immer ein Anlass, Strukturen grundsätzlich zu hinterfragen”, wird Björn Steigert, Geschäftsführer der Leipziger Verlags- und Druckereigesellschaft (LVDG), zitiert. “Wir haben sämtliche Optionen ausführlich geprüft, aber eine Reinvestition in unseren Druckstandort in Leipzig ist wirtschaftlich nicht darstellbar”, sagt Steigert. Die bestehende Druckerei in Leipzig war 1991 für ein Druckvolumen von über einer Million Exemplaren täglich errichtet worden, das in den zurückliegenden Jahren beständig und nachhaltig zurückgegangen ist. Allein die verkaufte Auflage der LVZ war in den vergangenen 20 Jahren um etwa 50 Prozent auf aktuell knapp 165.000 Exemplare gesunken

Für einen Weiterbetrieb in Leipzig-Stahmeln hätte Madsack angesichts der veralteten Technik umfassend investieren müssen. In Leipzig wird aktuell noch im “nordischen” Format gedruckt, das auch dem Format der “Bild”-Zeitung geschuldet ist. Nach dem Wechsel der Druckereien wird die DNN voraussichtlich schon ab Anfang, die LVZ dann ab Ende 2019 im Rheinischen Format erscheinen. “Wir wissen aus vielen Studien, dass unsere Leser das handlichere Rheinische dem Nordischen Format vorziehen”, kommentiert dies Björn Steigert.

Von der Schließung der Druckerei Ende 2019 sind 60 Mitarbeiter betroffen. “Um gemeinsam möglichst konstruktive Lösungen zu finden”, will die Geschäftsführung der LVDG “zügig Verhandlungen mit den betroffenen Beschäftigten und deren Arbeitnehmervertretungen aufnehmen”.

Die Madsack Mediengruppe hatte bereits 2017 ihre Druckerei in Hannover geschlossen und die Druckaufträge für die “Hannoversche Allgemeine Zeitung” und die “Neue Presse” an die Oppermann Druck und Verlags GmbH & Co. KG in Rodenberg vergeben. Auch in Hannover war über Jahrzehnte eine Teilauflage der “Bild”-Zeitung produziert worden. Auch in Niedersachsen war mit der Fremdvergabe ein Wechsel der Titel ins Rheinische Format verbunden gewesen.

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Kommentare zu diesem Artikel

  1. Diese Beiträge machen mich Sauer. In der Weiterverarbeitung, Warenbewegung und Co. arbeiten ca 200 Mitarbeiter, ohne die hier garnix möglich wäre!! ich finde es ist eine Frechheit, hier nur von den 60 Tarifbeschäftigten zu sprechen!!

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  2. Ich frage mich, wo und wie die anderen Titel gedruckt und verarbeitet werden, welche eine wöchentliche Auflage von ca. 1,4 Mio haben und welche umfangreich mit Werbung gefüllt werden. Wo bitte soll diese Produktion stattfinden? Kann mir nicht vorstellen, dass der Leipziger Anzeigenverlag von der Schließung begeistert ist.

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  3. Die Koebau sind doch gar nicht mal so alt die in Leipzig stehen ..in Hannover wurde ein Großteil des Expo Journals auf einer Bj 1974 Colorman 30 gedruckt im halb Format …die DDVG schlägt einmal mehr zu , zwecks Rendite .

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  4. Es ist alles die Macht der Konzerne. Es geht nur um Geld. Die Wirtschaft also
    die Konzerne regieren die Welt ! Es gibt kein Gegenmittel. Schade !!!

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  5. In dem Artikel wurden, wie schon erwähnt, die Kollegen/innen der Weiterverarbeitung “vergessen”. Nachdem diese schon vor 2 Jahren ausgegliedert wurden, sind auch sie mit dem Verlust ihres Arbeitsplatzes konfrontiert.

    Die Entscheidung zur Aufgabe des Druckstandortes Leipzig/Stahmeln fiel wieder einmal in der ‘Kombinatsdirektion’ in Hannover.

    Zitat: “Wir haben sämtliche Optionen ausführlich geprüft,…”. Dies kann ich so nicht glauben, mit dem Betriebsrat wurde jedenfalls in keinster Weise über mögliche Alternativen gesprochen, weil sicher auch nicht erwünscht. Mit der Fremdvergabe der Druckaufträge von LVZ, DNN und der Anzeigenblätter Leipziger Rundschau und Sachsen Sonntag und der Schließung der Druckerei hat man auch nicht mehr den Klotz Mitarbeiter am Bein und das Risiko der weiter sinkenden Auflagen gibt man auch zum Teil ab.

    Apropos sinkende Auflage, diese ist meiner Meinung nach auch der schon seit Jahren stattfindenden Schrumpfung der Redaktion geschuldet. Wenn am Inhaltlichen der Zeitung gespart wird, macht dies sich auch an der Nachfrage bemerkbar.

    Aber die Hauptsache ist doch, es wird nicht an Geschäfts- und Konzernführungen gespart…

    “Die Proletarier haben nichts zu verlieren als ihre Ketten. Sie haben eine Welt zu gewinnen.”
    Karl Marx

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  6. Bei der MADSACK ist die SPD beteiligt ! War dahmals auch schön zu sehen wie alle Aufträge von der EXPO 2000 Gesellschaft in Hannover an die Madsack “gingen”. Freie Druckereien gingen leer aus. Alles Klüngel. Darüber hinaus wurde auch Göttingen geschlossen (Druck jetzt auch bei Oppermann).

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