Der Spezialist für Druckweiterverarbeitung wurde 1981 als „Garagenfirma“ gegründet
von Redaktion,
Der Morgana Bookletmaker ist einer der Bestseller von Mehring. Das System kann standalone und inline hinter Drucksystemen positioniert werden. Es bietet eine Vielzahl von Optionen und ist per Touchscreen intuitiv bedienbar. Im Bild:
Matthias Siegel (Grafische Palette, links) und Geschäftsführer Andreas Mehring.
Im Druckgewerbe sind 45 Jahre eine lange Zeit: Die Branche hat sich in diesem Zeitraum grundlegend verändert – technisch, aber auch von den Rahmenbedingungen her. Als Franz Mehring sein Unternehmen 1981 buchstäblich in der Garage als Einzelkaufmann mit dem Schwerpunkt Maschinenverkauf und Service gründete, war die Welt noch weitgehend analog. Die Digitalisierung hat vieles auf den Kopf gestellt, und für Sohn Andreas, der 1990 in den Betrieb eintrat, gehört es zum Selbstverständnis, dass er und sein zehnköpfiges Team die Kunden – vor allem kleine und mittlerere Druckbetriebe und Buchbindereien – durch alle Veränderungen kompetent begleitet: „Wir haben den gleichen Anspruch wie am ersten Tag: die gesamte Druckweiterverarbeitung aus einer Hand“, betont Andreas Mehring. „Das ist kein Marketingversprechen, sondern gelebte Praxis – und steht für eine Unternehmensphilosophie, die seit mittlerweile 45 Jahren auf persönlichen Kontakt, Lösungsorientierung und Verlässlichkeit setzt.“
Verlässlichkeit und Lösungsorientierung als Erfolgsgeheimnis
Der Erfolg gibt ihm Recht: Das Unternehmen wächst, und das gilt auch für die Belegschaft: Seit Mai verstärkt ein neuer Kollege das Serviceteam, um der wachsenden Nachfrage nach Wartung und Instandhaltung gerecht zu werden. Und obwohl die Mehring GmbH selbstverständlich einen gut sortierten Online-Shop hat, ist Andreas Mehring eines wichtig: „Wir sind keine Online-Bude, und einen KI-Assistenten suchen Sie bei uns vergeblich. Bei uns geht man direkt ans Telefon.“ Neben Wartung und Reparaturen vor Ort bietet Mehring natürlich auch telefonischen Support sowie On-line-Remoteservice an – was Kunden häufig eine aufwändige Anfahrt erspart. „Kern unserer Identität ist unser Spitzenteam aus langjährigen Mitarbeitern, die teilweise über 20 Jahre dabei sind.“ Und auch davon ist Andreas Mehring überzeugt: „Du brauchst Messen für den Austausch mit der Branche. Ohne den geht es nicht.“ So war Mehring in diesem Jahr auf der Print Digital Convention vertreten – wie bisher auf jeder Ausgabe dieser auf Digitaldruck fokussierten Kongressmesse in Düsseldorf und nimmt auch am 29. und 30. September 2026 am European Printing Summit (EPS) in Dortmund teil.
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Blick in den komplett renovierten Showroom.
Breites Portfolio, klare Schwerpunkte
Das Leistungsangebot von Mehring deckt die gesamte Druckweiterverarbeitung ab und wird ständig erweitert. Seit der Übernahme von Renz durch den Mehring-Partner Plockmatic erhält Mehring nun sowohl das komplette Morgana- als auch das Renz-Programm (inklusive Verbrauchsmaterialien) aus einer Hand. Neben Renz hat Mehring noch eine Reihe weiterer Hersteller von Bindesystemen im Programm: Im Bereich der Drahtkamm- und Wire-O-Bindesysteme sind dies zum Beispiel Rhin-O-Tuff und James Burn. Klebebinder sind von Morgana, Fastbind und Magnopro verfügbar, hinzu kommen Morgana-Broschürenfertiger wie die leistungsfähigen Bookletmaker BM der 4.000er- und 5.000er-Serien. Mehring ist nebenbei größter Händler des britischen Maschinenherstellers Morgana in Deutschland. Schneidemaschinen des Herstellers Ideal sind ein weiteres Standbein.
Klar im Trend sind Weiterverarbeitungssysteme, die auf die besonderen Bedingungen im Digitaldruck ausgelegt sind: Serielle Fertigung, kleine bis mittlere Auflagen, Individualisierung und Versionierung, ultrakurze Lieferzeiten. Schnelle Jobwechsel, Formatvielfalt und Automatisierung sind die Stichworte, die hier die Entwicklung vorantreiben. Zudem gerät der Verpackungsbereich in den Fokus, der sich angesichts eines schwieriger werdenden Umfelds für klassische grafische Produkte als stabiler Anker anbietet. Bereits 2019 nahm Mehring digitale Stanzsysteme in sein Programm auf, wie zum Beispiel die beliebte Magnopro i-cut. Seitdem sind weitere Systeme hinzugekommen, zuletzt die Morgana SC7800 Pro-RS XL. Ergänzt wird das Maschinengeschäft durch den Vertrieb von Verbrauchsmaterialien wie etwa Laminierfolien und Zubehör. Auch das Geschäft mit Ersatzteilen gehört für Andreas Mehring selbstverständlich dazu: „Wir lassen unsere Kunden nicht im Regen stehen. Das gilt auch für ältere oder bereits eingestellte Maschinen, wie zum Beispiel die Nagel Foldnak.“ Dazu hält Mehring einen großen Ersatzteilbestand auf Lager, ergänzt durch die gezielte Teilegewinnung aus Altmaschinen. „So können wir auch da weiterhelfen, wo andere Anbieter auf Neuanschaffung verweisen. Für Kunden, die funktionierende Technik möglichst lange produktiv nutzen wollen, ist das ein großer Vorteil.“
Unter der Eigenmarke Magnopro bietet Mehring eine Vielzahl von importierten Maschinen, Zubehör und Verbrauchsmaterial an. Das Bild entstand im Troisdorfer Mehring-Showroon während der Hausmesse 2025.
Marktlage: Konsolidierung als Chance
Der Markt für Druckweiterverarbeitung befindet sich weiterhin im Wandel, das merkt auch Andreas Mehring. Auf einen Boom folgt eine Sättigung, der Gesamtmarkt schrumpft, hinzu kommen Insolvenzen und Umbrüche bei Herstellern und Händlern im Umfeld. Andreas Mehring sieht darin aber auch eine Chance: „Wenn Anbieter wegbrechen, suchen Kunden verlässliche neue Partner.“
Andreas Mehring vor der Morgana SC7800 Pro-RS XL. Der digital gesteuerte Stanzautomat war auch auf der diesjährigen interpack am Stand von Team Jansen zu sehen.„Wir sind Messeleute“: Das Mehring-Team, hier 2024 auf der drupa. Auch auf der Print Digital Convention hatte Mehring einen Stand – wie bisher auf jeder PDC.
KONTINUITÄT IM WANDEL
Anfang in der Garage: Die Geschichte der Mehring GmbH beginnt 1981, als Franz Mehring, der Vater von Andreas Mehring, das Unternehmen in Köln-Porz gegründet hat – als Einzelunternehmer in einer klassischen „Garagenfirma“. Die „Franz Mehring – Partner des graphischen Gewerbes“ wie die Firma seinerzeit hieß, startete mit dem, was bis heute das Kerngeschäft der Mehring GmbH ist: Dem Verkauf von Equipment – neu und gebraucht – zur Druckweiterverarbeitung und dem zugehörigen Service. 1990 tritt Sohn Andreas Mehring in das Unternehmen ein.
Umzug und Erweiterung: Im Laufe der Jahre er-weitert sich das Portfolio schrittweise: Neben Maschinen kommen Verbrauchsmaterialien und Zu-behör hinzu. 2007 erfolgt die Umwandlung des Unternehmens in die Mehring GmbH, zugleich übernimmt Andreas Mehring die Geschäftsleitung vom Vater. 2011 kauft das Unternehmen – der Garage längst entwachsen – nach mehreren räumlichen Erweiterungen schließlich das großzügige heutige Firmengebäude in Troisdorf und zieht in neue großzügige Räumlichkeiten. Gerade mal ein Jahr später, 2012, kommt ein zweiter Showroom-Standort in Göttingen hinzu. Damit will das Unternehmen, das sein Kerngebiet im deutschsprachigen Raum sieht, Interessenten aus dem Osten Deutschlands eine Alternative zur Anfahrt in den tiefen Westen bieten. 2012 war Mehring auch zum ersten Mal mit einem eigenen Messestand auf der drupa – und ist seither auf jeder drupa vertreten.
Digitaltechnik und Eigenmarke: 2014 begann Mehring damit, Maschinen und Verbrauchsmaterialien selbst zu importieren – mittlerweile stehen 21 Herkunftsländer auf der Liste. Zugleich begann das Unternehmen damit, die Eigenmarke Magnopro für ausgewählte Importmaschinen, Zubehör und Verbrauchsmaterial zu etablieren. Die Einführung digitaler Stanz- und anderer Systeme für die Muster- und Verpackungsproduktion ab 2019 trug zu einer weiteren Schärfung des Profils bei. Heute gehört die Mehring GmbH zu den erfahrensten Fachhändlern für Druckweiterverarbeitung im deutschsprachigen Raum.