Zeitung trifft auf Digi-Finisher

Endverarbeitung großformatiger Digitaldrucke – mit dem Hohner HSB Digi 13000

Beispiele digital auf dem HSB Digi 13.000 verarbeiteter, gehefteter Zeitungsproduktionen.

Welcher Zusammenhang besteht zwischen Digi-Finisher, Tageszeitungen und der Demokratie? Wer kennt sie nicht, die vielen Meldungen seit Anfang des Jahrtausends? „Die Zeitung ist tot.“, „Die TAZ stellt ihre Druckausgabe ein.“ und so weiter. Gemäß einer IVW-Statistik des Bundesverbands Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) sank die Printauflage der Zeitungen von 2024 bis 2025 um 5 Prozent – bei gleichzeitig steigenden Kosten für Druck und Vertrieb.

Noch deutlicher wird diese Entwicklung im 15-Jahres-Vergleich: Zwischen Q2/2010 und Q2/2025 ging die Auflage um mehr als 50 Prozent zurück – von 24,78 auf 12,06 Millionen Exemplare. In der Schweiz wurde zwischen Frühjahr 2024 und 2025 sogar ein Rückgang von rund 10 Prozent verzeichnet.

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Was bedeutet das für unsere Medienvielfalt, wenn der Trend sich weiter verfestigt und immer mehr Tageszeitungen und insbesondere lokale Zeitungen wegfallen und Lücken reißen, weil das Geschäftsmodell immer unrentabler wird und für die Verlage irgendwann nicht mehr tragbar ist? Welche Folgen hat es für eine Gesellschaft, wenn dieses Informationsvakuum beispielsweise durch parteigesteuerte, einseitige Inhalte gefüllt oder durch eine Flut von Fake News in den sozialen Medien ersetzt wird?

Zu beobachten ist schon jetzt: Der Rückgang der Medienvielfalt geht mit einer immer stärkeren gesellschaftlichen Polarisierung einher. Skandinavien hat hierauf bereits reagiert und kontert diese Entwicklung und deren Risiken mit der Förderung lokaler Tages- und Wochenzeitungen.

Ist es also aus vorgenannten Gründen nicht elementar wichtig, dass wir alles daran setzen, diese Printmedien durch technologischen Fortschritt und die Nutzung der jüngsten Entwicklungen im Digitaldruck am Leben zu erhalten? Bei Tageszeitungen sprechen wir hier etwa über das typische 42,5-g/m²-Zeitungsdruckpapier, dessen Einsatz im Digitaldruck erst in den letzten Jahren möglich wurde.

Partnerschaftlich – zielgerichtet – wirksam

Für die zwei Unternehmen der Postpress Alliance, die MBO Postpress Solutions GmbH (Komori Group) und die Hohner Maschinenbau GmbH, ist all dies jedenfalls Grund genug, sich auf die digital gesteuerte Verarbeitung dieses spezifischen Papiers zu konzentrieren. Hohner, das Tuttlinger Maschinenbauunternehmen mit über 95 Jahren Geschichte, stellte im Sommer 2025 in der Grafischen Palette erstmals den HSB Digi 13.000 als vollautomatisierte Digifinisher-Variante im Großformat A3+ vor – mit nahtloser Integration der MBO-Komponenten Abroller, Querschneider und Falzmaschine.

Diese Weiterentwicklung unterstützt den Verarbeitungsprozess aller digital gedruckten Publikationen von Zeitungsverlagen. Der vollautomatisierte HSB Digi 13.000 bietet ein Formatspektrum von DIN A6 bis DIN A3+ und stellt eine durchgängig vernetzte Linie über sämtliche Prozesse hinweg dar, die variables Schneiden, variables Falzen, Heften und Drei-Seiten-Beschnitt bietet (und sie kann selbstverständlich auch für die digitale Broschürenfertigung ein-gesetzt werden und bietet somit die Möglichkeit für alternative Produktionen).

Mit dem vollautomatischen HSB Digi 13.000 ermöglicht Hohner Maschinenbau die Digital-Verarbeitung im Großformat. Die Fertigungslinie ist konsequent auf
DIN-A3+-Volumen-Produktionen ausgerichtet und integriert Rollen-, Schneid- und Falzausstattung der zur Komori Group gehörenden MBO Postpress Solutions. Vor allem für Großformat-Digitaldrucker und im digitalen Zeitungsdruck ist der modulare Digi-Finisher interessant.

Dieses Konzept öffnet neue Horizonte und ermöglicht wirtschaftliche Kleinstauflagen, Personalisierung (beispielsweise Geo-Marketing) und schnelle, plateaufreie Produktionen, was trotz sinkender Auflagen besonders für Lokalzeitungen und spezialisierte Magazine neue Geschäftsmodelle schafft. Denn im Gegensatz zum Offsetdruck entfallen hohe Rüstkosten, was Drucken ab Auflage 1 rentabel macht.

Ebenso verhält es sich mit dem Verarbeitungsprozess: Durch die digitale Steuerung können Kleinstauf-lagen verschiedener Tageszeitungen problemlos hintereinander weg ohne zusätzliche Rüstzeiten gesammelt und bei Bedarf auch geheftet werden. Sämtliche Verarbeitungsprozesse – vom Schneiden über das Falzen, Sammeln, Heften, den Drei-Seiten-Beschnitt bis hin zur Kreuzauslage von „Paketen“ – werden über eine gemeinsame zentrale Steuerung mit höchster Automatisierung innerhalb des gesamten Workflows ausgeführt.

Ein weiterer interessanter Aspekt ist die Möglichkeit der Produktion vor Ort („Distributed Printing“), wodurch Logistikkosten gespart werden können und tagesaktuelle, hyperlokale Ausgaben möglich werden. Übersetzt für den Einzelhandel und die Werbebranche bedeutet die digitale Verarbeitung im Bereich von Zeitungspublikationen, dass Lokalwerbung ohne Mühe und Kostenaufwand selbst in Mini-Auflagen umgesetzt werden kann.

Eine neue Chance für die Zeitung

Wie schon vor einiger Zeit auf der Branchenplattform print.de zu lesen war, wird der Digitaldruck den Print-Zeitungsmarkt zwar nicht im klassischen Sinne „retten“ können. Dennoch ist er ein entscheidender Faktor für dessen Überleben in einem sich neu ausrichtenden Markt.

In diesem Sinne berät die Firma Hohner Maschinenbau interessierte Zeitungsdruckereien oder auch Druckereien mit strategischer Ausrichtung auf andere Anwendungen im Bereich der großformatigen, digital gedruckten Printkommunikation jederzeit im Rahmen eines persönlichen Gesprächs, gerne auch gleich in Kombination mit einem Demo-Termin vor Ort in Tuttlingen.

Kontakt:

Hohner
www.hohner-postpress.com

MBO
www.mbo-pps.com