Faber setzt verstärkt auf Inkjet-Kompetenz und Produktionsumgebungen als System
von Redaktion,
Die Grafische Palette zu Besuch bei Faber. Über die Marktlage und die Aussichten sprachen (von links): Timo Faber (Geschäftsführer), Matthias Siegel von der Grafischen Palette und Marc Faber (Geschäftsführer).
Der Digitaldruckmarkt wächst – und das stetig. Rund 7,5% jährlich legt das Segment nach Einschätzung von Marc Faber zu, neben seinem Bruder Timo einer der beiden Geschäftsführer der Faber GmbH aus Krefeld – überwiegend zulasten des klassischen Offsetdrucks. „Die Gründe dafür sind vielschichtig: Der Fachkräftemangel im Offset macht sich zunehmend bemerkbar und die Ausbildung orientiert sich klar in Richtung Digitaldruck“, sagt Marc Faber. Für sein Unternehmen, das seit 1983 als Faber GmbH am Markt ist und Lösungen für die Druckindustrie liefert, ist diese Entwicklung Bestätigung und Ansporn zugleich.
Inkjetdruck und Lösungsorientierung als strategische Weichenstellung
Seit dem Jahr 2000 bietet Faber auch digitale Drucksysteme und den entsprechenden Service. Eine der wichtigsten Entscheidungen der vergangenen Jahre war die bewusste Stärkung der Inkjet-Kompetenz. Während viele Anbieter auf Toner- und Lasersysteme festgelegt bleiben, setzt Faber gezielt auf ein breiteres Fundament – unter anderem mit Kyocera sowie den Industrial-Inkjet Kompetenzen von Konica Minolta und Fujifilm. Mit Blick auf kommende drupa-Zyklen erwartet der Branchenkenner Timo Faber eine zunehmende Dominanz des Inkjetdrucks, nicht zuletzt, weil die aktuellen Systeme immer höhere Laufleistungen und Durchsätze ermöglichen: „Wer sich hier frühzeitig positioniert, kann Kunden künftig technologieoffen beraten.“
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Die Revoria Press PC1120, hier im Faber-Showroom, ist das aktuelle Topmodell des Herstellers im Toner-Bereich. Die Maschine kann mit bis zu sechs Farbstationen bestückt werden und ermöglicht damit zahlreiche Anwendungen.
Apropos Beratung: Faber sieht sich nicht als reinen Maschinenverkäufer. „Wir haben den Anspruch, komplette Produktionsumgebungen zu liefern. Kunden benötigen mehr als nur eine Maschine. Sie brauchen eine optimale Lösung für ein Produkt“, bringt es Timo Faber auf den Punkt. Verkauft wird also nicht ein Drucksystem, sondern eine Komplettlösung inklusive Weiterverarbeitung und auf Wunsch IT und Workflow. Gerade der Workflow lässt sich auf Messen nur schwer visualisieren, gilt aber als zentraler Differenzierungsfaktor. Diese Beratungstiefe zahlt sich vor allem bei Projekten aus, deren Zyklen mitunter eineinhalb bis zweieinhalb Jahre dauern.
Ein Thema, das künftig stärker in den Vordergrund rückt, ist der Energieverbrauch. Weil Herstellerangaben kaum vergleichbar sind, will Marc Faber den Stromverbrauch mit geeichten Messgeräten und standardisierten Musterjobs realitätsnah erfassen. Das Ziel: Belastbare Vergleichswerte, die Kunden in ihre Kalkulation einbeziehen können – und die zugleich bei Förderprogrammen helfen, bei denen typischerweise eine Energieeinsparung von 20 bis 25 Prozent nachzuweisen ist. Energie wird so vom Kostenfaktor zum handfesten Entscheidungskriterium. Wachstum verortet Faber bei Lettershops und im Direct-Mail-Bereich, in Hausdruckereien sowie bei industriellen Spezialanwendungen wie Etiketten, Anhängern oder kleinvolumigen Varianten. Viele dieser Installationen finden außerhalb der klassischen Druckereilandschaft statt und bleiben dadurch quasi oft „unsichtbar“. Für Nordrhein-Westfalen schätzt Faber den Markt auf rund 300 bis 400 Production-Printing-Systeme pro Jahr. Diese verteilten Stellplätze systematischer zu identifizieren, ist eine der Aufgaben, die sich das Unternehmen stellt – ergänzt um stabile Standbeine im Office-Geschäft und im Service.
Freuen sich auf einen gut besuchten Crefelder Cocktail im September: Marc und Timo Faber sowie zahlreiche Partner präsentieren die aktuellen Neuheiten.
Ausblick auf den Crefelder Cocktail
Eine feste Größe im Faber-Kalender ist der Crefelder Cocktail, die hauseigene Branchenveranstaltung rund um Digitaldrucksysteme, Labelprinting, Finishing und Software. Die nächste Ausgabe findet vom 15. bis 17. September 2026 statt. Erwartet wird unter anderem die neue Maschinen-Generation von Konica Minolta sowie Neuheiten von Fujifilm. Inhaltlich stehen Workflow, Weiterverarbeitung, Farbraumerweiterung um die fünfte und sechste Farbe sowie zunehmend die Energieeffizienz im Mittelpunkt.