Interview mit Ipagsa-Managing-Director Lorenzo Ferrari

Ipagsa-Produkte bleiben am Markt

Lorenzo Ferrari, Managing Director bei Ipagsa.

Bereits im September hat Agfa Graphics (Mortsel) angekündigt, das Prepress-Geschäft des in Privatbesitz befindlichen spanischen Druckplattenanbieters Ipagsa Industrial S.L mit Hauptsitz in Rubí bei Barcelona (Spanien) kaufen zu wollen. print.de wollte wissen, was der Deal genau beinhaltet und sprach mit Lorenzo Ferrari, Managing Directors bei Ipagsa:

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print.de: Was beinhaltet das Abkommen zwischen Agfa und Ipagsa?
Lorenzo Ferrari: Wie am 4. September bereits bekanntgegeben, will Agfa, das komplette Prepress-Business von Ipagsa übernehmen – mit Ausnahme der beiden Produktionslinien in Rubí (Spanien). Damit werden alle Aktivitäten von Agfa erworben, um weiterhin auf dem Markt zu agieren. Das heißt, dass ab sofort das gesamte Produktsortiment von Ipagsa in das weltweite Produktionsnetzwerk der Agfa-Gruppe integriert wird, wobei die Ipagsa-eigenen Rezepturen und Produktionsspezifikationen beibehalten werden.

print.de: Soll dann die gesamte Geschäftstätigkeit in Agfa Graphics integriert werden?
Lorenzo Ferrari: Definitiv nicht. Die Agfa plant, die beiden Organisationen getrennt zu halten, da sie jeweils unterschiedliche Segmente des Marktes abdecken. Aus praktischen Gründen wird die gesamte kommerzielle Organisation, einschließlich Backoffice und Logistik sowie dem technischen Service, den Markt weiterhin mit der gleichen Handelspolitik und derselben Marktpositionierung bedienen. Die neue Gesellschaft, die unter dem Namen Ipagsa Technologies agieren wird, bleibt auch weiterhin in denselben Gebäuden in Rubí, wo auch die Zentrale und das Hauptlager sein werden.

print.de: Welche Produktpalette wird ­Ipagsa ab sofort vermarkten?
Lorenzo Ferrari: Die Produktpalette wird unverändert bleiben, und wir werden weiterhin dasselbe Druckplattensortiment an Thermoplatten, CTcP- und Analogdruckplatten anbieten. So können sich die Kunden neben unserer Druckplatte Universe O2 – im Moment die am weitesten verbreitete – auch weiterhin für die Arte SF30, Eco 88 S und die Top F100 usw. entscheiden. Wir werden allerdings in Kürze eine Neuentwicklung unserer prozessfreien Druckplatte offiziell bekanntgeben, die wir als Klasse NPN5 auf den Markt bringen werden.

print.de: Diese Entwicklung bezieht sich also auf kein ­Produkt von Agfa …
Lorenzo Ferrari: Das ist richtig. Keine der beiden Organisationen hat Zugang zu den anderen Produkten. Beide Organisationen haben eine spezifische Art, auf dem Markt zu konkurrieren, und die unterschiedlichen Produktpaletten sind ein Teil dieses Wertangebots, was auf dem Markt angeboten wird. Ipagsa wird weiterhin seine eigene Druckplatten anbieten.

print.de: Wie schätzen Sie als CEO von Ipagsa den Umfang der Vereinbarung ab?
Lorenzo Ferrari: In beiden Unternehmen sind wir überzeugt, dass der Deal große Wettbewerbsvorteile in der gesamten Branche bringen wird. Für die Ipagsa-Mitarbeiter eröffnen sich als Teil eines großen multinationalen Konzerns mit mehr als 150 Jahren erfolgreicher Erfahrung neue Perspektiven. Als neue Gesellschaft, die Teil der Agfa-Unternehmensgruppe ist, haben wir einfach größere Kapazität, um die globalen Märkte des Drucksektors anzugehen. Das Engagement von Agfa für den grafischen Markt ist deutlich und bringt uns an die Spitze des Sektors.

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