Illustrationstiefdruck

Tiefdruck Schwann-Bagel stellt Insolvenzantrag

Was für ein Paukenschlag! Die Tiefdruck Schwann-Bagel GmbH & Co. KG, eine der größten Druckereien Europas, hat beim zuständigen Amtsgericht in Mönchengladbach einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Das Gericht hat daraufhin Rechtsanwalt Dr. Markus Kier von der Kanzlei Piepenburg Rechtsanwälte zum vorläufigen Insolvenzverwalter des Unternehmens bestellt.

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Der Sanierungsexperte Dr. Markus Kier hat mit seinem Team damit begonnen, sich vor Ort einen Überblick über die wirtschaftliche Ausgangssituation des Unternehmens zu verschaffen. Auch hat er bereits Gespräche mit den wesentlichen Beteiligten aufgenommen. „Wir werden uns jetzt in den nächsten Tagen und Wochen alles genau anschauen. Auf Grundlage dessen prüfen wir dann alle uns zur Verfügung stehenden Sanierungsoptionen“, beschreibt Dr. Kier die nächsten Schritte. Dabei wird er eng mit Belegschaft und Betriebsrat, Kunden, Lieferanten sowie den Unternehmensgläubigern zusammenarbeiten, um den Geschäftsbetrieb zu stabilisieren und eine tragfähige Lösung für alle Beteiligten zu finden.

Der Insolvenzantrag wurde nach Unternehmensangaben notwendig, da ein im vergangenen Jahr verzeichneter Umsatzverlust im Zuge laufender Restrukturierungsbemühungen aufgrund steigender Energie-, Material- und Lohnkosten nicht kompensiert werden konnte. TSB hat sich auf die Produktion von Zeitschriften, Katalogen und Prospekten – jeweils im Tiefdruck – spezialisiert. Mit einem möglichen Druckvolumen von mehr als 130.000 Tonnen Papier pro Jahr sowie umfangreicher Weiterverarbeitungskapazitäten gehört die Tiefdruck Schwann-Bagel GmbH & Co. KG zu den leistungsstärksten Druckereien Europas. Die Druckerei war erst im September 2023 von der französischen Riccobono-Gruppe übernommen worden. Im Januar 2024 hatte die Bagel-Gruppe erklärt, ihr Engagement im Rollenoffset zu beenden.

„Der Geschäftsbetrieb der Tiefdruck Schwann-Bagel GmbH & Co. KG wird derweil vollständig aufrechterhalten. Produktion, Termin- und Liefertreue sind auch während des vorläufigen Insolvenzverfahrens weiterhin gewährleistet,“ berichtet die Kanzlei Piepenburg Rechtsanwälte. Die 183 Beschäftigten wurden von der Geschäftsführung und dem vorläufigen Insolvenzverwalter über die aktuelle Situation und das weitere Vorgehen informiert. Anstelle ihrer Löhne und Gehälter erhalten sie für drei Monate Insolvenzgeld der Agentur für Arbeit.

Das Unternehmen Tiefdruck Schwann-Bagel GmbH & Co. KG ist als Produktionsgesellschaft ein wesentlicher Teil der zur französischen Riccobono-Gruppe gehörenden TSB-Gruppe, bestehend aus den Schwestergesellschaften TSB Retail GmbH & Co. KG, ISI Storage GmbH & Co. KG, H+B Finishing GmbH & Co. KG, Garant Engineering & Purchasing GmbH & Co. KG und BaSiCo Finishing GmbH & Co. KG.