Druck- und Medienverbände Mitteldeutschland, Nord-Ost und Nord-West

Verbände fordern: Druckbetriebe sollen vom Energiekostendämpfungsprogramm profitieren

In Bremen trafen sich die Druck- und Medienverbände Mitteldeutschland, Nord-Ost und Nord-West. (Bild: Joerg Friedrich)

Über 200 Unternehmerinnen und Unternehmer folgten der Einladung der Druck- und Medienverbände Mitteldeutschland, NordOst und Nord-West zu den Mitgliederversammlungen und einem Branchentreffen in Bremen. Wichtigste Themen waren die massiven Anstiege der Kosten für Papier und Energie sowie die Fachkräftegewinnung und -entwicklung. Damit verbunden waren auch klare Forderungen an die Politik.

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Der eklatante Anstieg der Druckpapier- und Energiepreise in 2022 sorgte für eine angespannte Lage in der Branche – so der Tenor bei dem Treffen in Bremen. So seien die Kosten für grafische Papiere und Zeitungsdruckpapiere im Jahr 2022 um 60 bis 90 Prozent gestiegen, in der Spitze sogar um über 100 Prozent. Im Zeitraum von nur einem Jahr, von Ende 2021 bis Ende 2022, haben sich die Zeitungsdruckpapiere im Preis nahezu verdreifacht. Die Preise für grafische Papiere haben sich im selben Zeitraum verdoppelt. Der Preisindex für elektrischen Strom stieg in demselben Zeitraum um 40 Prozentpunkte, im Durchschnitt hat er sich um 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr erhöht.

Angesichts dieser rasant gestiegenen Kosten für Energie und Rohstoffe sind aus Sicht der Verbände umfassende Entlastungsmaßnahmen für Druck- und Medienunternehmen wichtig. Dementsprechend plädieren sie auch dafür, den Kreis der Betriebe, die für das Energiekostendämpfungsprogramm anspruchsberechtigt sind, um die Betriebe der Druck- und Medienbranche zu erweitern.

Durch die deutliche Verteuerung von Vorleistungsgütern und Energie sind in Folge auch Druckprodukte im Jahr 2022 im Vergleich zum Vorjahr im Preis um gut 20 Prozent teurer geworden.

Umsatzentwicklung vor dem Hintergrund der Preissteigerungen zu betrachten

Die nominale Umsatzentwicklung stieg im Jahr 2022 Angaben zu Folge auf knapp 19 Mrd. Euro. Finale Werte des Statistischen Bundesamtes liegen für das Jahr 2022 allerdings noch nicht vor. Damit erreicht die Branche erstmals wieder das Vor-Corona-Niveau. Viele Unternehmen verzeichnen Umsatzzuwächse, wobei diese primär im Kontext der Verkaufspreissteigerungen zu betrachten seien. Viele Unternehmen blicken hinsichtlich des laufenden Jahres vorsichtig optimistisch in die Zukunft.

Ein weiteres Thema der Branche ist der Fachkräftemangel. Auch wenn zuletzt die Anzahl der neuen Ausbildungsverträge erfreulicherweise wieder gestiegen ist, gilt es für die Verbände nach wie vor, die Berufe in der Druck- und Medienindustrie zu bewerben und so den personellen Engpässen entgegenzuwirken. Vor dem Hintergrund informierten die verantwortlichen Geschäftsführer ihre Mitglieder über entsprechende Maßnahmen und Aktivitäten im Bereich der Aus- und Weiterbildung.

Wahl der Vorstände

Während der Vorstand des Landesverbandes Nord-West im Amt bestätigt wurde, kam es beim Verband Druck und Medien Nord-Ost (VDMNO) zu Neuwahlen.

Auf der Mitgliederversammlung des VDMNO wurde der 2018 gewählte Vorsitzende Andreas Jörß feierlich verabschiedet. Martin Koschei, geschäftsführender Gesellschafter der Sattler Media Group mit Hauptsitz in Hornburg, wurde zum neuen Vorsitzenden des Vorstands gewählt. Die weiteren gewählten Vorstandsmitglieder sind: Armin Ahrens (QUBUS media GmbH, Hannover) Nael El Nahawi (ROCO Druck GmbH, Wolfenbüttel) Laura Grondey (Siemer Verpackung GmbH, Ronnenberg) Hella Heenemann (Buch- und Offsetdruckerei H. Heenemann GmbH & Co. KG, Berlin), Fabian Roessing (Achilles Gruppe, Celle) sowie Henning Schwenke (oeding print GmbH, Braunschweig). Mit diesem Generationswechsel wurden für den VDMNO und die Branche im Nord-Osten die Weichen für die Zukunft gestellt.

Die Wahl des Vorstandes im Verband Druck und Medien Mitteldeutschland wird separat zu einem späteren Zeitpunkt durchgeführt.

“Stürmische” Key Note

Nach den Mitgliederversammlungen erwarteten die Unternehmerinnen und Unternehmer eine – im wahrsten Sinne des Wortes – stürmische Key Note der Unternehmerin und Kite-Surferin Lisa Eckhardt. Ihr Vortrag „Frischer Wind durch Veränderung“ war ein echter Mutmacher, veränderten Rahmenbedingungen offen und selbstbewusst zu begegnen. Dabei nutzte die Speakerin immer wieder den Vergleich mit schwierigen und wechselhaften Bedingungen in ihrem Sport. Ein inspirierender Impuls für die Mitglieder.

Gemeinsame Veranstaltung: Gemeinsamer Auftritt

Die Entscheidung der drei Landesverbände Mitteldeutschland, Nord-Ost und Nord-West, eine gemeinsame Veranstaltung umzusetzen, kommt nicht von ungefähr. Sie war ein Resultat der Verbandsreform, die die Landesverbände sowie der Bundesverband Druck und Medien in den vergangenen Monaten umgesetzt haben.

Sie sieht insbesondere eine stärkere Zusammenarbeit der einzelnen Landesverbände sowie eine effiziente Nutzung von Synergien vor. Dazu gehört die intensive Zusammenarbeit in sogenannten Kompetenz-Centern, genauso wie die Durchführung gemeinsamer Veranstaltungen.

Zu der gemeinsamen Strategie gehört auch ein gemeinsamer Auftritt. Die neue Dachmarke steht für die Chance, als Gemeinschaft noch stärker dazustehen, offensiver und noch besser agieren zu können.