Papierfabrik Scheufelen stellt Insolvenzantrag

Die Papierfabrik Scheufelen GmbH + Co. KG mit Sitz in Lenningen hat am 30. Januar 2018 beim Amtsgericht Esslingen einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter benannte das Gericht den Rechtsanwalt Dr. Tibor Braun von der Kanzlei Illig, Braun und Kirschnek, Stuttgart.

Im Geschäftsjahr 2017 produzierte das Unternehmen laut eigenen Angaben mit 340 Mitarbeitern 104.000 Tonnen Papier und erzielte dabei einen Umsatz von 83 Mio. Euro.

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Erst im Mai 2016 war die Papierfabrik Scheufelen von einem Unternehmerkonsortium unter Führung der deutschen Schaeff-Gruppe mit Sitz in Schwäbisch Hall übernommen worden. Dem vorausgegangen waren von hohen Verlusten geprägte Jahre, heißt es in einer Pressemitteilung des Unternehmens. Doch seit der Überahme habe der Turnaround trotz verschiedener Restrukturierungsmaßnahmen, einem teilweisen Lohnverzicht der Belegschaft, einer Ausrichtung in den Verpackungssektor – und nicht zuletzt auch bedingt durch massive Preissteigerungen für Zellstoff und Chemikalien im Jahr 2017 – nicht erreicht werden können.

Die Papierfabrik Scheufelen, vorwiegend bekannt als Hersteller gestrichener Premium- und Bilderdruckpapiere, hat im Geschäftsjahr 2016 die Produktion eines Verpackungskartons unter dem Markennamen Phoenolux aufgenommen. Zuletzt hatte Scheufelen mit Graspapier für grafische und Verpackungsanwendungen, weitere Grundlagen für die Zukunft des Unternehmens legen und sich somit mittelfristig aus der Abhängigkeit des Zellstoffmarktes befreien wollen.

Die Fachhandelsgruppe Igepa Group GmbH & Co. KG, Hamburg, gibt im Zusammenhang mit der Eröffnung des Scheufelen-Insolvenzverfahrens bekannt, dass im Rahmen der Übernahme der Marken- und Vertriebsrechte für die Papierqualität Heaven 42 durch die Igepa Group, die Herstellung des Papiers auf Basis der Original-Rezeptur sowie die Vermarktung der Qualität fortgesetzt und auch in Zukunft sichergestellt werde. Erzielen will dies die Fachhandelsgruppe durch eine überdurchschnittlich hohe Lagerbevorratung an allen 16 Gruppen-Standorten, damit Heaven 42 “in gewohnter Qualität und mit dem zuverlässigen Service der Igepa-Gruppe in allen Spezifikationen verfügbar” sei.

Angesichts aller genannten Maßnahmen sowie auf Basis weiterer struktureller Anpassungen geht die Scheufelen-Geschäftsleitung davon aus, dass der Fortbestand des Unternehmens auf Dauer gesichert werden könne.

Die Produktion und der Vertrieb laufen laut Unternehmensangaben weiter, die Gehälter und Löhne seien darüber hinaus bis März 2018 durch Mittel der Agentur für Arbeit gesichert. Der Geschäftsbetrieb der Packaging Campus Lenningen GmbH ist von der Insolvenz nicht betroffen.

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