Polnischer Verpackungshersteller setzt auf hybrides Produktionsmodell

Tamir steigt mit VariJet in digitale Faltschachtelproduktion ein

Drukarnia Tamir druckt in Bystrzyca Kłodzka künftig auch mit der neuen VariJet 106 (von links nach rechts): Daniel Velema, CEO Koenig & Bauer Durst, Markus Weiß, CEO Koenig & Bauer Paper & Packaging Sheetfed Systems, Dr. Stephen Kimmich, CEO Koenig & Bauer, Michal Krywulec, CEO Drukarnia Tamir, Christoph Gamper, CEO Durst Group, und Dr. Stefan Kappaun, Executive Vice-President Inks and Fluids Durst Group.
Drukarnia Tamir druckt in Bystrzyca Kłodzka künftig auch mit der neuen VariJet 106 (von links nach rechts): Daniel Velema, CEO Koenig & Bauer Durst, Markus Weiß, CEO Koenig & Bauer Paper & Packaging Sheetfed Systems, Dr. Stephen Kimmich, CEO Koenig & Bauer, Michal Krywulec, CEO Drukarnia Tamir, Christoph Gamper, CEO Durst Group, und Dr. Stefan Kappaun, Executive Vice-President Inks and Fluids Durst Group.(Bild: Koenig & Bauer Durst)

Drukarnia Tamir, ein polnischer Verpackungshersteller mit Wurzeln im konventionellen Offsetdruck, leitet eine neue Ära seiner Unternehmensgeschichte ein: Ende August 2026 wird das Unternehmen die industrielle Produktion digitaler Faltschachteln auf der Koenig & Bauer Durst VariJet 106 aufnehmen.

Das Familienunternehmen hat sein Geschäft über mehr als 30 Jahre hinweg auf der offsetbasierten Produktion von Faltschachteln, kaschierten Wellpappenverpackungen und Packungsbeilagen aufgebaut. Tamir wurde 1993 gegründet und wird heute in zweiter Generation von der Familie Krywulec geleitet. Das Unternehmen beliefert Kunden aus den Bereichen Pharma, Kosmetik, Lebensmittel, Automobil und Haushaltsgeräte in ganz Polen und Europa.

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Tamir produziert an zwei spezialisierten Standorten in Bystrzyca Kłodzka, im südwestlichen Polen nahe der Grenze zur Tschechischen Republik. Ein drittes Werk befindet sich im Zuge der kontinuierlichen Expansion derzeit im Bau. Die Produktions- und Lagerfläche des Unternehmens von fast 20.000 Quadratmetern bildet die Basis für ein breites und hochspezialisiertes Verpackungsportfolio. Ein Standort konzentriert sich primär auf Pharmaverpackungen, Packungsbeilagen sowie hochwertige, veredelte Kartons für Lebensmittel- und Süßwarenmarken. Der zweite Standort ist hauptsächlich der Produktion von Automobilverpackungen gewidmet. Zudem betreibt Tamir eine Linie im B0-Format für kaschierte Feinstwellpappen-Verpackungen, ergänzt durch einen High-End-Offsetdrucksaal und modernste Weiterverarbeitungskapazitäten.

Für Klein- und Mittelauflagen

Die VariJet 106 kombiniert die digitale wasserbasierte Tintenstrahldrucktechnologie und Software von Durst mit der Rapida 106-Plattform von Koenig & Bauer. Bei Tamir wird die VariJet106 auf Basis eines Geschäftsmodells für Klein- und Mittelauflagen eingeführt. Die Hybridmaschine soll ältere Offsetkapazitäten für mehr als 3.600 Klein- und Mittelaufträge und über 5,6 Millionen Bogen pro Jahr ersetzen. Es wird erwartet, dass eine Produktion, für die bisher zwei Offsetschichten erforderlich waren, nun in einer einzigen VariJet-Schicht abgewickelt werden kann.

Die Investition soll laut Prognosen jährliche Makulatureinsparungen im sechsstelligen Euro-Bereich generieren und die Produktionskosten pro Jahr so erheblich senken. Darüber hinaus wird erwartet, dass die verbleibende Kapazität der VariJET 106 die anderen neun Offsetmaschinen von Tamir von ineffizienten Klein- und Mittelauflagen entlastet, was die Gesamtanlageneffektivität (OEE) weiter verbessert und zusätzliche Kapazitäten im gesamten Drucksaal schafft.

„Dies ist ein bedeutender strategischer Schritt für Tamir“, erklärt Michał Krywulec, Vorstandsvorsitzender von Tamir. „Von Anfang an hatte ich eine Kernanforderung: Unsere Digitaldruckmaschine muss unsere Offsetproduktion ergänzen, nicht ersetzen. Sie muss vollständig mit unserem bestehenden Workflow kompatibel und vor allem in der Lage sein, auf denselben Kartonsubstraten zu drucken, die wir bereits im Offsetdruck verwenden. Dies ermöglicht es uns, je nach Kundenwunsch zwischen den Technologien zu wechseln und dabei dieselben Qualitätsstandards und dieselbe Produktionsflexibilität beizubehalten.”

„Ich habe auch andere Technologien auf dem Markt genau verfolgt. Obwohl es sich dabei um beeindruckende Innovationen handelt, erfüllten sie unsere Anforderungen an die Kompatibilität mit unserem Produktionsmodell und dem Spektrum der Substrate, die wir verarbeiten wollten, nicht vollständig. Als Koenig & Bauer Durst das VariJET-Konzept vorstellte, war dies die erste Lösung, die sich mit meiner Vision der digitalen Verpackungsproduktion deckte. Sie kombiniert die Flexibilität des Digitaldrucks mit den industriellen Fähigkeiten und der Substratkompatibilität, nach der wir gesucht haben. Deshalb haben wir uns entschieden, dass die VariJET die richtige Investition für Tamir ist.“
Krywulec fügt hinzu: „Wir kommen aus einer reinen Offset-Umgebung, daher basiert unsere Entscheidung für den Einstieg in die hochvolumige digitale Faltschachtelproduktion auf einem klaren Business Case und der Vorstellung, wie wir unsere Produktion in Zukunft weiterentwickeln wollen.“

Markus Weiß, CEO von Koenig & Bauer Paper & Packaging Sheetfed Systems, erklärt: „Viel zu lange wurde der Digitaldruck als Nischenlösung für begrenzte Anwendungen gesehen. Die Entscheidung von Tamir sendet ein starkes Signal, dass der Markt bereit ist, den Digitaldruck dort einzusetzen, wo er in der industriellen Faltschachtelproduktion messbaren Mehrwert schafft. Es geht nicht darum, den Offsetdruck zu ersetzen. Es geht darum, die Stärken von Offset und Digital zu kombinieren, um eine flexiblere, effizientere und wettbewerbsfähigere Produktionsstruktur zu schaffen.“

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