Standards für den agentengesteuerten Handel

Aktuelles Whitepaper zu Agentic Print von Zipcon

Im Zeitalter Künstlicher Intelligenz funktioniert der Onlinehandel zunehmend nach neuen Regeln. Nicht mehr der Mensch übernimmt die Bestellung, sondern KI-Agenten. Darauf müssen sich auch (Online-)Druckdienstleister einstellen. Agentic Print ist die nächste Entwicklungsstufe der Druckindustrie.
Im Zeitalter Künstlicher Intelligenz funktioniert der Onlinehandel zunehmend nach neuen Regeln. Nicht mehr der Mensch übernimmt die Bestellung, sondern KI-Agenten. Darauf müssen sich auch (Online-)Druckdienstleister einstellen. Agentic Print ist die nächste Entwicklungsstufe der Druckindustrie.(Bild: zipcon consulting GmbH / KI-generiert)

Zipcon Consulting hat ein Whitepaper zu „Agentic Print“ veröffentlicht. Das Diskussionspapier von Bernd Zipper beschreibt, wie KI-Agenten künftig Druckprodukte recherchieren, vergleichen und bestellen könnten und welche technischen sowie strategischen Voraussetzungen Druckereien dafür schaffen müssten. Das Whitepaper ist in deutscher und englischer Sprache verfügbar. 

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Der nächste Kunde einer Druckerei könnte nach Einschätzung von Zipcon Consulting kein Mensch, sondern ein KI-Agent sein, der eigenständig Angebote recherchiert, vergleicht und Bestellungen auslöst. Mit den möglichen Folgen für Onlinedruckereien und deren Geschäftsmodelle beschäftigt sich das Whitepaper „Agentic Print – Print wird Infrastruktur“.

Autor ist Bernd Zipper, Gründer und CEO von Zipcon Consulting sowie Vorstandsvorsitzender der Initiative Online Print (IOP). Seine zentrale These lautet, dass Druckereien ihre Leistungen künftig maschinenlesbar und für KI-Systeme auffindbar bereitstellen müssen. Andernfalls könnten ihre Angebote im agentengesteuerten Onlinehandel nicht berücksichtigt werden.

Ausgangspunkt des Whitepapers ist eine Entwicklung im Onlinehandel. Dem Papier zufolge stellte Google im Januar 2026 auf einer Handelskonferenz der National Retail Federation in New York gemeinsam mit Shopify und mehreren Handels- und Zahlungsunternehmen das Universal Commerce Protocol (UCP) vor. Parallel dazu arbeiten laut Whitepaper OpenAI und Stripe am Agentic Commerce Protocol (ACP), während Anthropic das Model Context Protocol (MCP) entwickelt. Welcher dieser Ansätze sich im Onlinehandel durchsetzen wird, sei derzeit offen. Die Entwicklungen zeigten nach Auffassung des Autors jedoch, dass mehrere Plattformanbieter an Infrastrukturen für einen Handel arbeiten, bei dem KI-Systeme Kaufentscheidungen und Bestellprozesse übernehmen.

Für den Onlineprint könnte sich damit der Zugang zum Markt verändern. Statt einen Webshop aufzurufen und Produkte anhand vorgegebener Kriterien auszuwählen, würde ein KI-Agent ein maschinenlesbares Leistungsprofil des Anbieters auslesen. Dieses Profil müsste unter einer definierten Adresse auf der Domain des Unternehmens hinterlegt sein. Zipper hatte bereits auf dem Online Print Summit 2026 darauf hingewiesen, dass selbst größere Onlinedruckdienstleister von agentischen Systemen teilweise nicht gefunden würden.

Das Whitepaper sieht in dieser Entwicklung nicht nur Risiken, sondern auch Möglichkeiten zur Differenzierung. Den online generierten Print-Umsatz in Deutschland, Österreich und der Schweiz beziffert Zipper auf rund 8,1 Milliarden Euro. In diesem Markt spiele bislang häufig der Preis eine zentrale Rolle. Erhalte ein KI-Agent dagegen Kriterien wie eine Lieferung am selben Tag oder einen nachgewiesenen CO₂-Wert, könne er Angebote nach der Erfüllung dieser Anforderungen sortieren. Eigenschaften wie Liefergeschwindigkeit, Nachhaltigkeitsnachweise oder bestimmte Produktionsleistungen müssten dafür allerdings maschinenlesbar beschrieben werden. Zugleich würden Preise, Liefertermine und die Einhaltung zugesagter Zertifizierungen unmittelbar vergleichbar. Vertrauen entstehe im agentischen Vertriebskanal nach Darstellung des Whitepapers weniger durch Kommunikationskampagnen als durch überprüfbare Angaben und die Einhaltung gemachter Zusagen.

Nachfrage und Produktion zusammenführen

Unter Agentic Print versteht Zipper nicht allein eine durch KI-Agenten gesteuerte Nachfrageseite. Das Konzept umfasse auch eine weitgehend automatisierte und KI-unterstützte Produktion. Erst wenn agentengesteuerte Bestellungen und automatisierte Produktionsabläufe miteinander verbunden würden, entstehe ein durchgängiger Prozess. Technische Bausteine wie Print-on-Demand, Mass Customization und zunehmend automatisierte Drucksäle seien bereits vorhanden. Sie müssten nach Einschätzung des Autors jedoch neu miteinander verknüpft werden.

Damit sich konfigurierte und dateibasierte Druckprodukte innerhalb des Universal Commerce Protocol abbilden lassen, haben die Initiative Online Print, der Bundesverband Druck und Medien und Intergraf im Mai 2026 die Entwicklung des branchenspezifischen UCP-Verticals „dev.ucp.print“ gestartet. An dem Projekt beteiligen sich außerdem Dpsuisse, VIGC, CIP4, die Ghent Workgroup und die Printing United Alliance. Für das vierte Quartal 2026 ist die Einreichung eines formalen Enhancement Proposals vorgesehen. Dieses soll einen ersten Schritt auf dem Weg zu einem Branchenstandard für Druckprodukte im Agentic Commerce bilden.

Whitepaper als Diskussionsgrundlage

Zipcon bezeichnet die Veröffentlichung ausdrücklich als Diskussionspapier und nicht als Gutachten. Das Whitepaper arbeitet nach Unternehmensangaben mit nummerierten Quellen und behandelt auch sechs Gegenargumente sowie Bedingungen, unter denen die formulierte These nicht eintreten könnte. Weitere Inhalte sind die Definition und Abgrenzung von Agentic Print, die wirtschaftliche Logik hinter der Entwicklung, die Bedeutung von Vertrauen und Nachweisbarkeit sowie ein Handlungsrahmen für Druckereien. Das Papier richtet sich insbesondere an Geschäftsführungen sowie Strategie- und Digitalverantwortliche von Onlinedruckereien und Printdienstleistern.

„Wer seine Leistungen heute nur in PDF-Preislisten vorhält, ist für einen KI-Agenten unsichtbar. Das ist keine Zukunftsmusik, sondern schon jetzt Realität. Wer die Standards mitschreibt, schreibt die Spielregeln – wer wartet, bekommt sie vorgesetzt“, sagt Bernd Zipper, Autor des Whitepapers und Vorsitzender der Initiative Online Print.

Das Whitepaper „Agentic Print – Print wird Infrastruktur“ steht auf der Website von Zipcon Consulting kostenfrei zur Verfügung. Der Downloadlink wird nach Eingabe der Kontaktdaten per E-Mail zugestellt.