Verpackungsentwicklung

Antalis entwickelt faserbasierte Verpackung für empfindliche Automobilteile

Das von Antalis Verpackungen entwickelte faserbasierte System kommt ohne Kunststoffpolster aus, behält die geforderte Packdichte bei und vereinfacht zugleich den Packprozess an der Linie.(Bild: Antalis Verpackungen GmbH)

Antalis Verpackungen hat für einen Automobilhersteller ein neues Verpackungssystem für kratzempfindliche Zierleisten entwickelt. Die Lösung kommt ohne Schaumstoff aus, vereinfacht den Packprozess und lässt sich vollständig über das Papierrecycling entsorgen.

Empfindliche Bauteile aus der Automobilindustrie stellen hohe Anforderungen an die Verpackung. Das gilt besonders für Zierleisten, deren Oberflächen leicht verkratzen und deren integrierte Gummidichtungen unbeschädigt bleiben müssen. Für den Überseeversand dieser Komponenten entwickelte das Packaging Design Center von Antalis Verpackungen deshalb eine neue, vollständig faserbasierte Verpackungslösung.

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„Wir wollten nicht einfach eine bestehende Lösung ersetzen, sondern zeigen, dass faserbasierte Materialien auch bei äußerst sensiblen Komponenten ein Höchstmaß an Sicherheit gewährleisten können“, sagt Kai Hofmann, Leiter des Packaging Design Centers von Antalis Verpackungen.

Kern der Entwicklung ist ein System aus vier Faserformpads, die die Konturen der Bauteile exakt aufnehmen und sie sicher in Position halten. Die Pads werden auf einer Wellpapp-Zwischenlage befestigt. Zusätzliche Seitenklappen schaffen Freiraum über den Bauteilen und tragen zum Schutz während des Transports bei.

Bei der Entwicklung kamen digitale Modelle und 3D-gedruckte Prototypen zum Einsatz. Dadurch konnten Passform und Schutzwirkung bereits in einer frühen Phase überprüft werden. „Dieser Prozess war entscheidend für das gesamte Konzept, denn jede Abweichung der Geometrie hätte unmittelbaren Einfluss auf die Schutzwirkung gehabt“, erklärt Verpackungsingenieurin Heike Rauh.

Zum Schutz der empfindlichen Oberflächen ergänzt sogenanntes Pralinenpapier die Konstruktion. Die glatte Seite liegt direkt auf der Zierleiste auf und soll Kratzer verhindern, während die offene Seite ein Verrutschen der Bauteile reduziert.

In Praxistests zeigte sich, dass die neue Verpackung nicht nur den Schutzanforderungen entspricht, sondern auch den Verpackungsprozess vereinfacht. Die bisherige Packdichte bleibt erhalten: Sechs Bauteile pro Lage und vier Lagen pro Behälter ermöglichen weiterhin den Transport von insgesamt 24 Zierleisten pro Einheit. Gleichzeitig lässt sich die Verpackung einfacher bestücken als die zuvor eingesetzte Schaumlösung.

Auch bei der Entsorgung bietet das Konzept Vorteile. Die Verpackung besteht ausschließlich aus Faserform, Wellpappe und Papier. Dadurch kann sie ohne Materialtrennung dem Papierrecycling zugeführt werden. Erste Belastungs- und Funktionstests bestätigten zudem die erforderliche Stabilität für den industriellen Einsatz.

Die Ergebnisse des Projekts zeigen, dass faserbasierte Verpackungssysteme auch bei anspruchsvollen Bauteilgeometrien eine Alternative zu Schaumstofflösungen sein können. „Für uns zeigt dieses Projekt klar, dass faserbasierte Lösungen künftig eine zentrale Rolle im automobilen Verpackungsdesign – und nicht nur dort – spielen können“, so Hofmann.