Software für Verpackungshersteller

ePS bündelt Verpackungsprozesse auf einer gemeinsamen Plattform

Mit CommandCore bündelt ePS verschiedene Bereiche der Verpackungsproduktion auf einer gemeinsamen Plattform. Das aktuelle Update 2026.2 erweitert die Funktionen unter anderem um KI-gestützte Anwendungen, Produktionsplanung und die Anbindung von Robotik.(Bild: ePS)

Mit CommandCore will ePS bisher getrennte Bereiche wie ERP, Produktion, Planung, Qualität und Nachhaltigkeit auf einer gemeinsamen Plattform verbinden. Das im Juni vorgestellte Update 2026.2 baut diesen Ansatz weiter aus und bringt unter anderem Funktionen für den Wissenstransfer, die Produktionsplanung, künstliche Intelligenz und die Automatisierung in der Weiterverarbeitung.

Mit CommandCore hat ePS im April eine Plattform vorgestellt, die verschiedene operative Bereiche in Verpackungsunternehmen zusammenführen soll. Hintergrund ist die häufig getrennte Nutzung von Systemen für ERP, Produktionssteuerung, Planung, Qualität und Nachhaltigkeit. Nach Angaben von ePS erschwert dies den Überblick über laufende Prozesse und macht es schwieriger, Daten in Echtzeit zu nutzen. CommandCore setzt deshalb auf eine gemeinsame Datenbasis, über die Informationen von der Kalkulation über die Produktion bis zur Buchhaltung zusammenlaufen.

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Die Plattform umfasst acht Kernbereiche: ERP, Manufacturing Execution (MES), Steuerungssysteme, operative Prozesse, Produktionsplanung, Qualität und Compliance, Nachhaltigkeit sowie Lieferkettenmanagement. Die Funktionen sind auf die Anforderungen der Verpackungsproduktion ausgerichtet. Dazu gehören unter anderem unterschiedliche Substrate, Rüstprozesse, Ausschuss, Weiterverarbeitung und Anforderungen an die Nachhaltigkeitsberichterstattung.

Ein wichtiger Punkt der Plattform ist der Umgang mit Erfahrungswissen. Mit dem Update CommandCore 2026.2, das ePS Ende Juni vorgestellt hat, reagiert das Unternehmen auf den zunehmenden Verlust von Fachwissen durch den Ruhestand erfahrener Mitarbeiter. Bewährte Abläufe sollen direkt im System hinterlegt und damit für andere Mitarbeiter nutzbar werden. So können beispielsweise in der Kalkulation feste Produktionswege als Vorlagen gespeichert und bei neuen Angeboten wiederverwendet werden.

„Verpackungshersteller stehen vor einer großen Herausforderung beim Wissenstransfer“, sagte Craig Tait, Chief Product Officer bei ePS. „CommandCore 2026.2 hilft Unternehmen dabei, das Know-how ihrer erfahrensten Mitarbeiter zu erfassen und im gesamten Betrieb wiederholbar nutzbar zu machen – von der Kalkulation und Planung über die Produktionssteuerung bis hin zu Lieferzusagen gegenüber Kunden.“

Auch die Produktionsplanung wurde mit der neuen Version erweitert. Für die Wellpappenproduktion bietet das System mit Trim Advisor Web eine Funktion, die aus bisherigen Produktionsdaten Empfehlungen für Rollenbreiten und Materialkombinationen ableitet. Zudem erhält das Corrugated MES mit dem MES Hub eine browserbasierte Oberfläche für den Zugriff auf Aufträge, Produktionsreihenfolgen, Beschnittanalysen und Kennzahlen.

Weitere Neuerungen betreffen die Verbindung von Robotik und Produktionssteuerung. AC4D Packing Station Advanced kann Roboter-Palettieranlagen direkt mit dem Produktionssystem verbinden. Qualitätsdaten und Quarantänestatus werden dabei berücksichtigt, Paletten automatisch zugewiesen und Etiketten nach Abschluss des Palettiervorgangs ohne manuellen Eingriff gedruckt.

Mit PrintFlow 4D kommt außerdem eine Funktion für Lieferzusagen hinzu. Ein geplanter Auftrag kann gegen den aktuellen Produktionsplan simuliert werden, ohne diesen zu verändern. So lässt sich prüfen, ob ein bestimmter Liefertermin eingehalten werden kann. Nicht bestätigte Zusagen laufen automatisch aus. Zusätzlich können kompatible Produktionsaufträge bei der Planung zusammengefasst werden, um Druckwechsel und damit verbundene Umrüstzeiten zu reduzieren.

Auch künstliche Intelligenz spielt in der neuen Version eine größere Rolle. Ein sogenannter Estimate Win Predictor bewertet die Wahrscheinlichkeit, mit der aus einem Angebot ein Auftrag wird. Der Customer Churn Predictor soll frühzeitig auf Kunden hinweisen, bei denen eine Abwanderung möglich ist. Beide Funktionen greifen laut ePS auf die Daten des jeweiligen Kunden zurück. Ein weiterer Assistent liefert Antworten direkt innerhalb der Radius-ERP-Oberfläche.

Darüber hinaus erweitert ePS die Funktionen von Metrics ERP für die Verwaltung von Ausschuss, steuerliche und regulatorische Anforderungen sowie Bankprozesse. Ziel ist es, diese Vorgänge stärker direkt im ERP-System abzubilden und dadurch weniger auf zusätzliche Werkzeuge und manuelle Umwege angewiesen zu sein.

Die Einführung von CommandCore und das Update 2026.2 folgen dabei einem modularen Ansatz. Unternehmen können einzelne Bereiche schrittweise einführen und die Plattform später erweitern. Dadurch soll eine Modernisierung möglich sein, ohne die bestehende Systemlandschaft auf einmal vollständig ersetzen zu müssen. „Einheitlich bedeutet nicht, alles auf einmal umzusetzen“, sagte Craig Tait. „Jedes Unternehmen hat seinen eigenen Zeitplan. Jetzt können wir unsere Kunden während dieses gesamten Weges wirklich unterstützen.“