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In dieser Sonderpublikation werden verschiedene Unternehmen vorgestellt, die eines vereint: Die Liebe zum Drucken.
Retrofit für Mechanik und Steuerung

Funke Druck: Revidierte Versandraumtechnik für verdichtete Produktion

Die mechanischen Retrofit-Maßnahmen beziehen sich auf die Roll-Stream-Linien und ihre Anleger, die Speichersysteme sowie den Universal-Transporteur. (Bild: Ferag)

Die meisten Zeitungsdruckhäuser, die sich aktuell mit der Absicherung ihrer Produktion beschäftigen, entscheiden sich für ein Retrofit – also die „Auffrischung“ durch neue Steuerungskomponenten und eine gründliche Überholung der mechanischen Verschleißteile. So auch die Funke Mediengruppe, deren Versandraumtechnik am Standort Hagen durch die Ferag ein umfangreiches Retrofit erfährt.

Die Funke Mediengruppe mit Zentrale in Essen und rund 6.000 Mitarbeitern, davon etwa 1.500 Journalisten, ist fokussiert auf Regionalmedien sowie Frauen- und Programmzeitschriften. Zu Funke gehören zwölf Regionalzeitungen mit mehr als 120 Lokalausgaben sowie mehr als 100 Anzeigenblätter.

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Technik aus den 2000er-Jahren

Der gesamte Maschinenpark in Essen und in Hagen war Anfang der 2000er-Jahre erneuert worden. Wegen der Produktionsstruktur konnte man nicht alle Linien auf einmal herausnehmen und neue aufstellen. So hatte sich der Wechsel auf die damals aktuelle Ferag-Weiterverarbeitungstechnik von 2003 bis 2012 hingezogen. Grundsätzlich sind alle Linien gleich ausgestattet: Eine MSD-Einstecktrommel, die jeweils direkt einer Rotation zugeordnet ist; dazu Wickeltechnik, Haupt- und Vorproduktanleger, Ferag RollStream für das Beilagen-Vorsammeln und am Ende je zwei MultiStack-Kreuzleger. Dazu verfügt man auch über die Ferag-Technik um Memo-Sticks aufzuspenden.

Angesichts der teilweise nun schon 17 Jahre alten Technik, wurden schon länger Konzepte für die künftige Zeitungsproduktion in NRW entwickelt, bestätigt Christian Walter, der Betriebsleiter für die Druckereien in Essen und Hagen. Klar war schnell auch, dass es ein Retrofit geben wird. Allein der Zeitpunkt für die Umsetzung war offen. „Nun haben wir einen guten Zeitpunkt gefunden.“ Christian Walter bezieht sich damit auf die im Februar 2019 bekanntgegebene Zusammenlegung der Funke-Druckproduktion in Nordrhein-Westfalen am Standort Hagen. Wie nahezu bei allen deutschen Regionalzeitungen sind auch die verkauften Auflagen von WAZ, Westfalenpost, Westfälischer Rundschau und NRZ rückläufig. Ebenso wie deren Umfänge – als Folge geringerer Anzeigenumsätze. Beide Druckereien, Hagen wie Essen, waren nur noch zum Teil ausgelastet. Deshalb wird seit Sommer 2020 nurmehr in Hagen, dem größeren Standort, produziert.

Verdichtung der Produktion

Die Verdichtung der Produktion mit teilweise Rund-um-die-Uhr-Auslastung wird hohe Ansprüche an die Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit der eingesetzten Technik stellen. Der Umfang der Retrofitmaßnahmen basiert deshalb auf einer ausführlichen Zustandsanalyse einer der älteren Versandraumlinien am Standort Hagen durch die Ferag und die Servicetechniker der Ferag Deutschland GmbH. Diese Ergebnisse wurden dann auf weitere sieben der insgesamt neun dortigen Linien adaptiert. Eine als Backup dienende Linie wird nicht einbezogen.

Eine zentrale Maßnahme ist das Steuerungs-Retrofit für die Einstecktrommeln. Auch die Steuerungen erhalten ein Update. Die mechanischen Retrofit-Maßnahmen beziehen sich auf die Roll-Stream-Linien und ihre Anleger, die Speichersysteme sowie die Transportketten.

Auf Grund der geplanten Zusammenlegung der Produktion in Hagen ist ein enges Zeitfenster für das Retrofit entstanden. Nachdem im Frühsommer 2019 der endgültige Auftragsumfang feststand, konnten die nötigen Ersatzteile disponiert und im September mit den Arbeiten begonnen werden. Da in Hagen stets sechs Versandraumlinien zur Verfügung stehen müssen, können immer an zwei Linien die Retrofit-Maßnahmen umgesetzt werden. Die letzte Linie steht unmittelbar nach dem Sommer 2020 an.

Bislang läuft alles planmäßig, sagt Christian Walter. In die Arbeiten sind neben Ferag-Mitarbeitern auch die Funke-eigenen Werkstattmitarbeiter eingebunden. Christian Walter: „So ist der Schulungseffekt am größten. Die Instandhaltung muss die Anlagen ja nachher betreuen und lernt so von der Pike auf, welche Steuerungs-, Bau- und Verschleißteile getauscht sind. Und wie die Instandhaltung eventuell verändert werden muss.“

Durch die Zusammenlegung der beiden Druckereien verfügt Funke Druck über ein großes Reservoir an Ersatzteilen. Insgesamt sieht man sich bei Funke Druck durch das Retrofit gut gerüstet für die Zukunft. Dr. Klemens Berktold, Leiter Geschäftsbereich Druckereien Funke Mediengruppe, hatte das Ziel einfach und klar formuliert gehabt: „Wir wollen mit den vorhandenen Maschinen weitere zehn Jahre sorgenfrei produzieren.“

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Produkt: Deutscher Drucker 3/2019 Digital
Deutscher Drucker 3/2019 Digital
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