Etikettenmaterial

Herma entwickelt Haftmaterial für anspruchsvolle Linerless-Etiketten

Ein neues Herma Haftmaterial forciert den Einsatz klassischer, silikonisierter Linerless-Etiketten auch dort, wo besondere Anforderungen an Haftung und Prozesssicherheit gestellt werden, etwa in Versand- und Logistikzentren.(Bild: alvarez / iStock)

Linerless-Etiketten sparen Trägermaterial und können damit Abfall reduzieren. Bei Anwendungen mit hohen Anforderungen an die Haftung stoßen klassische Lösungen jedoch teilweise an Grenzen. Herma setzt deshalb beim neuen Linerless Plus 400 auf einen mehrschichtigen Haftkleber, der hohe Haftkraft mit einer besseren Verarbeitung verbinden soll.

Linerless-Etiketten kommen ohne silikonisiertes Trägermaterial aus und können dadurch Abfall und Entsorgungskosten reduzieren. Bei Anwendungen, bei denen die Etiketten besonders stark haften müssen, waren klassische Linerless-Lösungen bislang jedoch teilweise schwierig einzusetzen. Herma will diese Einschränkung mit dem neuen Etikettenmaterial Linerless Plus 400 verringern.

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Zum Einsatz kommt dabei erstmals in dieser Produktgruppe der mehrschichtige Haftkleber 62Dps. Anders als bei vielen bisherigen Linerless-Materialien kann der Klebstoff vollflächig aufgetragen werden. Klebstofffreie Bereiche, die beim Konfektionieren und Schneiden unter anderem das sogenannte „Klebstoffbluten“ verhindern sollen, sind damit nicht notwendig.

„Klassische Linerless-Materialien haben oft klebstofffreie Zonen, um beim Konfektionieren von Rollen und beim Schneiden von Etiketten sowohl das gefürchtete ‚Klebstoffbluten‘ als auch das schnelle Verschmutzen der Werkzeuge zu vermeiden“, erläutert Markus Mateescu, Leiter Silikonentwicklung bei Herma.

Der zweischichtige Aufbau des 62Dps soll das Klebstoffbluten verhindern und gleichzeitig eine hohe Anfangs- und Endhaftung ermöglichen. Das kann vor allem bei Logistik- und Versandprozessen wichtig sein, bei denen Etiketten auf rauen Kartonoberflächen haften müssen oder Reibung und mechanische Belastungen auftreten. Auch bei niedrigen Temperaturen soll der Haftkleber zuverlässig funktionieren.

Durch den vollflächigen Klebstoffauftrag ergeben sich zudem mehr Möglichkeiten bei der Gestaltung und Aufteilung der Rollen. Klebstofffreie Bereiche müssen nicht mehr im Vorfeld festgelegt werden. Außerdem sollen die Schneideeinrichtungen von Linerless-Druckern weniger stark verschmutzen, wodurch sich die Reinigungsintervalle verlängern können.

„Nach der erfolgreichen Einführung von Herma InNo-Liner, bei dem der Haftkleber erst unmittelbar vor der Etikettierung aktiviert wird und deshalb keine Silikonisierung der Etikettenoberfläche erforderlich ist, schließt Herma jetzt mit Linerless Plus (400) gezielt eine weitere Lücke im Markt“, betont Markus Mateescu. „Das neue Material wurde als Problemlöser speziell für Anwendungen entwickelt, bei denen herkömmliche Linerless-Konstruktionen mit Hotmelt-Haftklebstoffen keine zufriedenstellenden Ergebnisse liefern.“

Das Material kann laut Herma in marktgängigen Linerless-Etikettendruckern eingesetzt werden. Der verwendete Haftkleber 62Dps ist bereits seit mehreren Jahren im Einsatz. Seine Eigenschaften sind daher dokumentiert, sodass bei der Umstellung auf das neue Material nicht grundsätzlich umfangreiche Haftungstests erforderlich sein sollen. Der Klebstoff weist zudem eine gute Beständigkeit gegenüber Alterung, Wärme und Licht auf.

Herma sieht weitere Vorteile beim Wegfall des silikonisierten Trägermaterials. Gerade bei großen Mengen, etwa in Logistikzentren, können dadurch Entsorgungskosten sinken. Gleichzeitig fällt weniger Abfall an. „Zum anderen helfen Linerless-Etiketten generell sehr effektiv dabei, Ressourcen zu schonen und Abfall zu vermeiden. Beides sind zentrale Ziele der neuen Verpackungsverordnung der EU, kurz PPWR“, betont Mateescu. „Vor diesem Hintergrund eröffnet HERMA Linerless Plus in Kombination mit dem Haftkleber 62Dps neue, nachhaltigere Einsatzmöglichkeiten für linerlose Etiketten.“

Herma beschichtet das Material mit einer Nutzbreite von 1.000