Halbjahresverlust bleibt trotz stärkerem zweiten Quartal
Koenig & Bauer steigert Auftragseingang deutlich
von Redaktion,
Koenig & Bauer gehört zu den am breitesten aufgestellen Druckmaschinen-Herstellern - mit Technologie für nahezu alle Druckanwendungen.(Bild: Koenig & Bauer AG)
Die Koenig & Bauer AG (Würzburg) hat im ersten Halbjahr 2026 deutlich mehr Aufträge erhalten und das operative Ergebnis verbessert. Der Umsatz des Druckmaschinenherstellers legte jedoch nur leicht zu. Unter dem Strich blieb der Konzern in den roten Zahlen. Für das Gesamtjahr hält der Vorstand an seiner Prognose fest.
Der Auftragseingang erhöhte sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 16,9 Prozent auf 709,3 Mio. Euro. Nach Angaben von Koenig & Bauer war dies der höchste Halbjahreswert seit acht Jahren. Der Auftragsbestand erreichte zum 30. Juni mit 1,122 Mrd. Euro einen neuen Höchststand. Der Umsatz wuchs dagegen lediglich um 1,4 Prozent von 550,4 auf 558,2 Mio. Euro. Im zweiten Quartal lagen die Erlöse mit 298,0 Mio. Euro ungefähr auf dem Niveau des Vorjahres.
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Zweites Quartal deutlich stärker
Das operative EBITDA – das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen ohne Sondereffekte – stieg im ersten Halbjahr um 20,5 Prozent auf 14,1 Mio. Euro. Die entsprechende Marge wuchs von 2,1 auf 2,5 %. Zwischen den beiden Quartalen zeigte sich jedoch eine deutliche Verbesserung. Nach einem operativen EBITDA von minus 2,9 Mio. Euro im ersten Quartal erreichte Koenig & Bauer im zweiten Quartal 17,0 Mio. Euro. Die operative EBITDA-Marge lag in diesem Zeitraum bei 5,7 Prozent.
Beim ausgewiesenen Ergebnis blieb der Konzern im ersten Halbjahr dennoch im Minus. Das EBIT belief sich auf minus 13,3 Mio. Euro nach minus 13,8 Mio. Euro im Vorjahr. Der Konzernverlust verringerte sich von 30,8 auf 27,5 Mio. Euro. Im zweiten Quartal erzielte Koenig & Bauer dagegen ein positives EBIT von 6,6 Mio. Euro und ein Konzernergebnis von 0,1 Mio. Euro. Enthalten in diesen Zahlen sind Sonderbelastungen von 6,7 Mio. Euro aus der Stilllegung der Albert-Frankenthal GmbH zum 31. Mai 2026.
Unterschiedliche Entwicklung der Segmente
Das Segment Paper & Packaging Sheetfed Systems, zu dem unter anderem Bogenoffsetmaschinen und Systeme für die Verpackungsweiterverarbeitung gehören, verzeichnete im ersten Halbjahr ein operatives EBITDA von minus 1,6 Mio. Euro. Im zweiten Quartal erreichte das Segment 6,8 Mio. Euro. Koenig & Bauer verweist in diesem Bereich auf Markt- und Preisdruck. Zum 1. Juli erhöhte das Unternehmen die Preise anteilig um drei Prozent.
Special & New Technologies erzielte im ersten Halbjahr ein operatives EBITDA von 11,8 Mio. Euro und stützte damit das Konzernergebnis. Wesentlicher Treiber war laut Unternehmen das Projektgeschäft mit Banknotendruckmaschinen.
Jahresziel hängt vom zweiten Halbjahr ab
Der Free Cashflow verbesserte sich von minus 83,7 auf minus 21,0 Mio. Euro. Im zweiten Quartal war er mit 16,8 Mio. Euro positiv. Die Eigenkapitalquote sank allerdings gegenüber Ende 2025 von 24,0 auf 21,2 Prozent.
Koenig & Bauer erwartet für 2026 weiterhin einen Umsatz von rund 1,3 Mrd. Euro und ein operatives EBITDA von etwa 80 Mio. Euro. Das Erreichen der Jahresziele hängt somit wesentlich von einer starken zweiten Jahreshälfte ab. Als Unsicherheiten nennt das Unternehmen unter anderem die US-Einfuhrzölle, die wirtschaftliche Entwicklung und geopolitische Konflikte.