Tarifrunde Druckindustrie 2026: ver.di fordert 7 Prozent mehr Lohn und Gehalt
von Redaktion,
Die Gewerkschaft ver.di geht mit der Forderung nach einer siebenprozentigen Lohnerhöhung in die anstehende Tarfiverhandlung. Der BVDM stellt sich dagegen.
In der Druckindustrie zeichnen sich schwierige Tarifverhandlungen ab. Die Gewerkschaft ver.di geht mit der Forderung nach 7 Prozent mehr Lohn und Gehalt in die Tarifrunde 2026. Das hat die ver.di-Tarifkommission am 2. Juni 2026 in Kassel beschlossen. Das geltende Lohnabkommen soll zum 31. Juli 2026 gekündigt werden.
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Zur Begründung verweist ver.di auf die wirtschaftliche Belastung der Beschäftigten. Steigende Mieten, weiterhin hohe Lebensmittelpreise und hohe Mobilitätskosten machten spürbare Einkommenssteigerungen notwendig, heißt es von Gewerkschaftsseite. Rachel Marquardt, ver.di-Verhandlungsführerin in der Tarifrunde, bezeichnet die Forderung vor dem Hintergrund des hohen Preisniveaus und einer wieder anziehenden Inflation als gerechtfertigt.
Der Bundesverband Druck und Medien (BVDM) weist die Forderung dagegen als nicht finanzierbar zurück. Aus Sicht der Arbeitgeberseite werde sie der wirtschaftlichen Lage vieler Betriebe nicht gerecht. BVDM-Verhandlungsführer Dr. Klemens Berktold, Geschäftsführer der Funke Druckzentrum Niedersachsen GmbH, verweist auf schwache Auslastung, eine schwierige Auftragslage und eine gesunkene Produktivität in der Branche. Für viele Unternehmen sei es bereits ein Kraftakt, Beschäftigung zu sichern.
Zusätzlich sieht der BVDM strukturellen Druck auf die Branche. Genannt werden veränderte Auftragsstrukturen durch den zunehmenden Einsatz von KI, die fortschreitende digitale Transformation sowie die Verlagerung von Produktionen ins kostengünstigere Ausland. Deutlich steigende Lohnkosten könnten diese Entwicklung nach Einschätzung der Arbeitgeberseite weiter beschleunigen.
Neben der Entgeltforderung spielt auf Gewerkschaftsseite auch die Absicherung tariflicher Arbeitsbedingungen eine Rolle. In einer Beschäftigtenbefragung sei häufig der Wunsch geäußert worden, den Manteltarifvertrag zu erhalten, darunter Regelungen etwa zur Arbeitszeit. Ver.di kündigt an, die Tarifrunde eng mit sogenannten Tarifbotschafterinnen und -botschaftern in den Betrieben zu begleiten.
Die Verhandlungen zwischen ver.di und dem BVDM beginnen am 6. Juli 2026 in Berlin. Weitere Termine sind nach ver.di-Angaben für den 25. August und den 7. September 2026 vorgesehen. Bei einer Kündigung des Lohnabkommens zum 31. Juli gilt bis Ende August Friedenspflicht. Arbeitskampfmaßnahmen wären damit frühestens ab 1. September 2026 möglich.