Produktion "nicht mehr konkurrenzfähig"

Westermann Druck Zwickau schließt Ende August

Die Westermann Gruppe ist ein Anbieter für Bildungsmedien im deutschsprachigen Raum. Zum Portfolio gehören auch die Druckereibetriebe in Braunschweig und Zwickau sowie ein Logistik-Dienstleister.
Die Westermann Gruppe ist ein Anbieter für Bildungsmedien im deutschsprachigen Raum. Zum Portfolio gehören auch die Druckereibetriebe in Braunschweig und Zwickau sowie ein Logistik-Dienstleister.(Bild: Westermann Druck)

Westermann Druck Zwickau beendet den Geschäftsbetrieb. Voraussichtlich zum 31. August 2026 wird die Produktion eingestellt und das Unternehmen mit seinen rund 170 Mitarbeitenden geschlossen. Dies kündigt die Westermann Gruppe auf ihrer Website an. Grund dafür seien anhaltend schwierige Marktbedingungen in Deutschland, die zu starken Auftragsrückgängen geführt hätten.


Der Betrieb gehört seit 1990 zur Westermann Gruppe. Er war ausgerichtet auf die Produktion hochwertiger Bücher und nach den Kriterien des bewährten Umweltzeichens „Blauer Engel“ zertifiziert. Auf mehreren Druckmaschinen im 3B-Format sowie mit einer komplett ausgestatteten Weiterverarbeitung werden pro Jahr nach Angaben des Unternehmens mehr als 13 Millionen Produkte hergestellt.

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Die Westermann Gruppe ist ein Anbieter für Bildungsmedien im deutschsprachigen Raum. Die Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz decken den Medienbedarf fürs Lehren und Lernen vom Kleinkinderalter bis zur Berufsausbildung ab. Das Angebot umfasst Produkte für alle Schulformen, Schulstufen und Fächer. Zum Portfolio gehören auch die Druckereibetriebe in Braunschweig und Zwickau sowie ein Logistik-Dienstleister. Der Druckbetrieb der Pfälzischen Verlagsanstalt pva war bereits 2020 geschlossen und nach Braunschweig verlagert worden.

Hohe Personal- und Energiekosten in Deutschland beklagt

„Wir bedauern die Stilllegung von Westermann Druck Zwickau sehr“, sagt Timo Blümer, CFO der Westermann Gruppe und unter anderem für den Geschäftsbereich Druck verantwortlich. „Aber die Entscheidung war leider unausweichlich. Die hohen Personal- und Energiekosten in Deutschland haben dazu geführt, dass die Produktion im Vergleich zum Beispiel zu osteuropäischen Anbietern nicht mehr konkurrenzfähig war, trotz erheblicher Investitionen in neue Maschinen.“ Gleichzeitig leide die Druckindustrie insgesamt unter Überkapazitäten, während die Nachfrage weiter sinke. Von der Schließung sind 170 Mitarbeitende betroffen. Sie erhalten laut Westermann Gruppe die Möglichkeit, in eine Transfergesellschaft zu wechseln.

Die Geschichte von Westermann Druck Zwickau

Westermann Druck Zwickau geht auf die 1957 gegründete Volksdruckerei Zwickau zurück. Der SED-eigene Betrieb war bei der VOB Zentrag (Zentrale Druckerei-, Einkaufs- und Revisionsgesellschaft) angesiedelt. 1981 war die Druckerei wird für die Produktion hochwertiger Bildbände, insbesondere für den Export in die UdSSR, neu aufgestellt worden und wurde in Grafische Werke Zwickau umbenannt. Als Druckort entstand ein Neubaukomplex am Rande Zwickaus in der Crimmitschauer Straße. Mit der Privatisierung der Chemnitzer Regionalzeitung „Freie Presse“ und des Druckhauses Chemnitz ging die Grafische Werke Zwickau GmbH im Jahr 1990, nun unter dem Namen Chemnitzer Verlag und Druck GmbH, in den Geschäftsbereich der Westermann Gruppe über. 1994 wurde der Betrieb in Westermann Druck Zwickau GmbH umfirmiert und in die Westermann Gruppe eingegliedert.

 

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