Abschluss bis Jahresende erwartet

UPM und Sappi: Verbindliche Vereinbarung für Joint Venture

UPM Communication Paper
Das Joint Venture von UPM und Sappi betrifft den Bereich "Grafische Papiere". (Bild: UPM)

UPM und Sappi treiben ihr geplantes Gemeinschaftsunternehmen für grafische Papiere voran. Nach der nicht-bindenden Absichtserklärung vom Dezember 2025 haben beide Unternehmen nun eine verbindliche Vereinbarung unterzeichnet. Das geplante Joint Venture soll UPM Communication Papers und das europäische Grafikpapiergeschäft von Sappi bündeln. Allerdings steht die Transaktion unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Freigabe.

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UPM-Kymmene Corporation und Sappi Limited haben eine verbindliche Vereinbarung zur Gründung eines Joint Ventures im Bereich grafischer Papiere unterzeichnet. Die Transaktion folgt auf eine bereits am 4. Dezember 2025 vereinbarte nicht-bindende Absichtserklärung. Das geplante Gemeinschaftsunternehmen soll zu gleichen Teilen UPM und Sappi gehören und nach Vollzug unabhängig operieren. Eingebracht werden das gesamte Geschäft von UPM Communication Papers sowie das Grafikpapiergeschäft von Sappi in Europa.

UPM beziffert den kombinierten Unternehmenswert der einzubringenden Aktivitäten auf 1,42 Mrd. Euro. Davon entfallen 1,10 Mrd. Euro auf UPM Communication Papers und 320 Mio. Euro auf das europäische Grafikpapiergeschäft von Sappi. Erwartet werden jährliche Synergien von rund 100 Mio. Euro, die vor allem durch Anlagen- und Logistikoptimierung, eine Rationalisierung des Produktportfolios, effizientere Beschaffung und weitere operative Verbesserungen erzielt werden sollen.

Stabilisierung eines rückläufigen Markts

UPM begründet den Schritt mit der Notwendigkeit, die langfristige Versorgungssicherheit europäischer Kunden mit grafischen Papieren zu sichern und die Widerstandsfähigkeit der europäischen Papierindustrie zu stärken. UPM-CEO Massimo Reynaudo spricht in der Mitteilung von einem „wichtigen Meilenstein“ bei der Schaffung des geplanten Joint Ventures.

Die Argumentation ist nachvollziehbar: Der Markt für grafische Papiere befindet sich seit Jahren strukturell im Rückgang. Digitalisierung, sinkende Auflagen im Publikationsdruck, rückläufige Zeitungs- und Magazinvolumina sowie hohe Energie- und Rohstoffkosten haben den Konsolidierungsdruck in Europa erheblich erhöht. Für Druckereien, Verlage und Papiergroßhändler ist die Entwicklung ambivalent: Einerseits kann eine stärkere industrielle Bündelung helfen, Kapazitäten geordneter an die Nachfrage anzupassen und die Versorgung zu stabilisieren. Andererseits steigt bei einer zu starken Marktkonzentration die Gefahr, dass Auswahl, Wettbewerb und Preisdruck weiter abnehmen.

EU-Kommission prüft vertieft

Die Transaktion befindet sich inzwischen in Phase II der EU-Fusionskontrolle. Die Europäische Kommission hatte am 28. April eine eingehende Prüfung eingeleitet, “nachdem sie festgestellt hat, dass die angemeldete Konzentration ernsthafte Bedenken hinsichtlich ihrer Vereinbarkeit mit dem Binnenmarkt aufwirft”, so die Mitteilung der Kommission. Sie verweist insbesondere darauf, dass das Joint Venture einen führenden Anbieter im europäischen Wirtschaftsraum schaffen könnte, indem UPMs Communication-Papers-Geschäft mit Sappis Aktivitäten im Bereich grafischer Papiere zusammengeführt wird. Im Fokus stehen nach Angaben der Behörde vor allem gestrichene holzhaltige Papiere und gestrichene holzfreie Papiere, also die Segmente CM-Paper und WFC-Paper. In diesen Märkten gelten UPM und Sappi als bedeutende Wettbewerber. Nach Einschätzung der EU-Kommission könnte das Gemeinschaftsunternehmen einen erheblichen Teil der Produktionskapazitäten im Europäischen Wirtschaftsraum kontrollieren. Die Behörde sieht daher das Risiko höherer Preise, geringerer Auswahl oder niedrigerer Qualität für Kunden. Bis zum 23.5. konnten dazu auch interessierte Dritte Stellungnahmen zu dem geplanten Zusammenschluss einreichen.

Die Unternehmen selbst betonen, dass sie bis zum Abschluss der Transaktion weiterhin unabhängig und im Wettbewerb zueinander agieren. Der Vollzug ist weiterhin abhängig von mehreren Bedingungen: Neben der Zustimmung der Sappi-Aktionäre sind die Freigaben der Europäischen Kommission und weiterer Behörden erforderlich, unter anderem in den USA und China. UPM rechnet laut Mitteilung mit einem Abschluss bis Ende 2026.