"Scheufelen GmbH" startet heute mit 100 Mitarbeitern

Scheufelen nimmt die Produktion wieder auf

Nach dem Neustart: Schwerpunkt des Scheufelen- Produktprogramms soll künftig auf Graspapier liegen.

Während die Papierfabrik Zanders in der vorvergangenen Woche Insolvenz angemeldt hat, spricht ein anderer deutscher Papierhersteller wieder von einem Neustart. Die Papierfabrik Scheufelen in Lenningen will heute mit 100 Mitarbeitern als “Scheufelen GmbH” die Produktion wieder aufnehmen. Das Unternehmen hatte Ende Januar die Insolvenz beantragt und Anfang April die Produktion eingestellt.

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Hinter dem Neustart steht ein Investorenkonsortium, bestehend aus Green Growth Fund 2/Wermuth Asset Management, Nordia Invest und Scheufelen Equity Partners. Geschäftsführer bleibt Stefan Radlmayr. Das Konzept der Investoren sieht unter anderem die Produktion und Fortentwicklung der Scheufelen-Premiumpapier-Produkte vor, darunter des hochweißen Verpackungskartons Phoenolux. Wegfallen sollen dafür die Bilderdruckpapiere. Diese seien von hohem Margendruck belastetet und letzendlich auch der Grund für die Insolvenz gewesen, heißt es in einer Unternehmensmitteilung.

Schwerpunkt: Graspapier

Einen Schwerpunkt des künftigen Portfolios soll Mitte 2017 auf den Markt gebrachte Graspapier bilden, das letztendlich auch dazu dient, von den weltweiten Zellstoffmärkten unabhängiger zu werden. Im Gegensatz zu Recyclingpapier habe Grasfaserpapier den Vorteil, dass bei Anwendungen im Lebensmittelbereich die dem Verbraucherschutz widersprechende Mineralölmigration aus Altpapieren vermieden wird, so Scheufelen.

Die Entwicklung und Markteinführung der Scheufelen-Produkte sollen auch zukünftig vom Packaging Campus Lenningen in Kooperation mit der Hochschule der Medien in Stuttgart und weiteren Partnern begleitet werden.

Start mit 100 Mitarbeitern

Insolvenzverwalter Dr. Tibor Braun aus Stuttgart zeigte sich erfreut darüber, dass durch die Fortführungslösung langfristig zunächst wenigstens 100 Beschäftigungsverhältnisse im Lenninger Tal erhalten werden konnten und lobte die Unterstützung unter anderem durch die Agentur für Arbeit, die bei den Bemühungen um eine Transfergesellschaft mitgewirkt habe. Diese Transfergesellschaft nimmt ebenfalls mit den heutigen Tag ihre Tätigkeit auf und ermöglicht den nicht übernommenen Mitrabeitern die Fortbildung und bietet ihnen gleichzeitig das Vermittlungs-Knowhow an. Fast 100 Mitarbeiter haben das Angebot zum Wechsel in die Transfergesellschaft angenommen. 2017 waren insgesamt 340 Mitarbeiter bei Scheufelen beschäftigt, nach der vorübergehenden Betriebsstilllegung waren es noch 264 Mitarbeiter.

Die Investoren

Wermuth Asset Management (WAM), Berlin, investiert nach eigenen Angaben schwerpunktmäßig in in ressourceneffiziente Unternehmen.

Nordia Invest, Hamburg, ist eine Investmentgesellschaft, die selektiv Beteiligungen an Firmen erwirbt, die restruktriert werden müssen. Der Fokus liegt dabei auf Unternehmen bzw. Branchen, die über eine klassische Fertigungstiefe verfügen sowie in ihrem Produktbereich nachhaltige Erfolgsaussichten aufzeigen können.

Scheufelen Equity Partners, Lenningen, ist eine Holding der schwäbischen Unternehmerfamilien Schaeff und Scheufelen für nachhaltige Investitionen im Pulp-and-Paper-Bereich.

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