Produkt: Deutscher Drucker Digital 13-14/2018
Deutscher Drucker Digital 13-14/2018
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Das waren die Leipziger Typotage 2019

Typografie: Für die Ausstellung „Die Summe seiner Teile“ schufen Philipp Neumann und Karen Laube (mzin) aus Leipzig (mit im Boot auch Lena Manger) ein riesengroßes Tablet-Display; darauf zu sehen: eine ganz persönliche Auswahl mit 80 Arbeiten, die aufs Bauhaus verweisen, in welcher Form auch immer.
Für die Ausstellung „Die Summe seiner Teile“ schufen Philipp Neumann und Karen Laube (mzin) aus Leipzig (mit im Boot auch Lena Manger) ein riesengroßes Tablet-Display; darauf zu sehen: eine ganz persönliche Auswahl mit 80 Arbeiten, die aufs Bauhaus verweisen, in welcher Form auch immer.(Bild: Robert Vanis)


100 Jahre Bauhaus, zwei Jahre Klingspor Institut, historische Vorbilder und aktuelle Schriftgestaltung, neue und alte Technik: Im Leipziger Museum für Druckkunst ging es diesmal um zeitgemäße Typografie der 1920er-Jahre, aber auch um gegenwärtige Schrift- und Typotrends. Wichtigste Erkenntnis: Die Beschäftigung mit all dem „alten Zeugs“ birgt manche Überraschung und wirkt inspirierend … [8921]

 

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Typografie und Zeitgeist

Volles Haus – auch die 25. Leipziger Typotage waren ausverkauft. Es begann am Freitagabend mit einem Vortrag zum Thema „Bauhaus now“, der Samstag bot als Hauptkonferenztag neun Vorträge zum Thema „Typografie und Zeitgeist“, am Sonntag standen Museumsführungen und Workshops auf dem Programm.
Lena Manger gab am Freitagabend einen Einblick in die Ausstellung „Die Summe seiner Teile“, die im Kunstverein Gera zu sehen war. Kurator Stefan Lenke hatte fünf Künstler eingeladen, sich mit den Ideen der legendären Kunstschule auseinanderzusetzen und künstlerisch Stellung zu beziehen.
Für die Ausstellung „Die Summe seiner Teile“ schufen Philipp Neumann und Karen Laube (mzin) aus Leipzig (mit im Boot auch Lena Manger) ein riesengroßes Tablet-Display; darauf zu sehen: eine ganz persönliche Auswahl mit 80 Arbeiten, die aufs Bauhaus verweisen, in welcher Form auch immer.
Plakate, Veranstaltungskalender, Flyer, ein Magazin und vieles mehr: die Gestaltung all dessen übernahm – jenseits von Dreieck, Kreis und Quadrat – Stan Hema, Agentur für Markenkommunikation. Ihr Mitgründer Andreas Weber gab einen Einblick in die Gestaltungsarbeit und versprühte viel Begeisterung.
Bunt und wandelbar: die fette 100 weist als markantes Bildzeichen auf Veranstaltungen und Ausstellungen zum Bauhaus-Jubiläum 2019 hin, in vielen Formaten und Erscheinungsformen.
Fett und farbenfroh: die Broschürenreihe zum Bauhaus-Jubiläum 2019.
Zu den Partnern im Bauhaus-Jubiläumsjahr gehört auch das Mainzer Gutenberg-Museum. Seine Direktorin Dr. Annette Ludwig berichtete von den mit der Mainzer Hochschule konzipierten vier Präsentationen in dem eigens fürs bauhaus-labor gebauten, im Museumshof platzierten Pavillon; bis 31. Juli geht es hier um „Albers’ Erben“. Die große Ausstellung „ABC. Avantgarde – Bauhaus – Corporate Design“ wird am 6. September eröffnet.
Marc Schütz hat 2017 das Klingspor Institut gegründet, als Kooperation der Hochschule für Gestaltung und des Klingspor Museums mit dem Ziel, Geschichte und Gegenwart der Schriftgestaltung in Offenbach zu verknüpfen. Für das Logo des Instituts wählte Marc Schütz das Versal-K aus der Wilhelm-Klingspor-Schrift, es ist bunt und sehr beweglich, wie die Instituts-Website zeigt.
Sichten, dokumentieren, inventarisieren: Das 2017 von Marc Schütz gegründete Klingspor Institut und seine Studierenden nutzen das Archiv im Klingspor Museum auch als Inspirationsquelle.
Frank Rausch (Raureif) nennt sich UI Typograf bzw. User Interface Typographer. Er betont die Bedeutung des typografischen Handwerks bei der Konzeption und Gestaltung von Benutzeroberflächen auf dem Bildschirm. Ob Fahrkartenautomat oder App – ein User Interface muss übersichtlich und klar gestaltet, angemessen und effizient sein.
Beispiel 1: Nutzerfreundlich, ästhetisch und preisgekrönt: die App „V for Wikipedia“ von Frank Rausch nutzt als Grundschrift die Diogenes von Ludwig Übele.
Beispiel 2: Nutzerfreundlich, ästhetisch und preisgekrönt: die App „V for Wikipedia“ von Frank Rausch nutzt als Grundschrift die Diogenes von Ludwig Übele.
Originalgetreues Revival oder zeitgemäße Nachschöpfung? Inga Plönnigs hat die Weiß-Antiqua von Emil Rudolf Weiß (Bauersche Schriftgießerei 1928) zeitgemäß interpretiert und dafür das Original mit seinen Auffälligkeiten, etwa beim ungewöhnlich proportionierten S, und der grazilen Kursive genau studiert.
Inga Plönnigs hat die Weiß-Antiqua von Emil Rudolf Weiß zeitgemäß interpretiert. Das Ergebnis heißt Messer, umfasst vier Schnitte und ist zu begutachten auf futurefonts.xyz, einer Plattform für noch unvollendete Schriftprojekte. Je früher man als Käufer einsteigt, umso preiswerter ist es (Updates inklusive).
Petra Rüth ist ausgebildete Technische Zeichnerin und hat nun im Februar 2019 an der Leipziger HBG zusätzlich ihr Diplom in der Fachklasse Schrift abgelegt – mit Auszeichnung! Ihre Entdeckung und Leidenschaft: die Schriftkonstruktionen von Christian Gottlob Roßberg (1740–1822) – frühes Beispiel für einen Variable Font …
Leidenschaft für mathematische Schriftkonstruktionen, Beispiel 1: Petra Rüth hat die Module aus den Konstruktionen von Christian Gottlob Roßberg (1740–1822) nachgebaut.
Leidenschaft für mathematische Schriftkonstruktionen, Beispiel 2: Schriftzeichnung von Petra Rüth, abgeleitet aus den Konstruktionen von Christian Gottlob Roßberg (1740–1822).
Paul Christ (Augsburg) baute für seinen Variable Font Herbivore (angelehnt an die FBI-Software Cornivore) ein browser-basiertes interaktives Type Specimen. Die Schrift reagiert mittels Mikrofon auf Lautstärke und mittels Gesichtserkennung auf Bewegung, was er in seinem Vortrag auch vorführte.
Das dreidimensionale Modell für Paul Christs Variable Font Herbivore.
Jakob Fangmeier (Würzburg) geht es um „gute Typografie und guten Schrifteinsatz mit Variable Fonts“.
Zurück zu den gleichen Wortabständen im Blocksatz der 42-zeiligen Bibel von Johannes Gutenberg. Fangmeiers als Variabel Font gebaute Schrift namens Gut soll das verzerrungsfrei ermöglichen.
„Erhalt des Buchdrucks durch Produktion“. Dieser Aufgabe hat sich Daniel Klotz verschrieben (Die Lettertypen, Berlin-Adlershof). Für Projekte mit viel Text nutzt er Photopolymerplatten als Druckformen.
Lettertyp Daniel Klotz mit der Krautreporter-Zeitung in feiner Buchdruckqualität.
Auch bei den 25. Leipziger Typotagen versammelten sich die Sprecherinnen und Sprecher zum traditionellen Gruppenbild. Umrahmt vom Moderatorenduo Monique Mohr und Ivo Zibulla, von links: Marc Schütz, Jakob Fangmeier, Petra Rüth, Paul Christ, Inga Plönnigs, Andreas Weber, Daniel Klotz, Dr. Annette Ludwig und Frank Rausch.

 

Alles Wissenswerte zu den Leipziger Typotagen 2019 lesen Sie in Deutscher Drucker, Ausgabe Nr. 11/2019, gleich hier im eShop bestellbar:

 

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